An einem Weg an der Ecke Gillstraße wurden Bäume offensichtlich mit Essig oder einer anderen Säure begossen. Es ist bereits der vierte Angriff auf die Eichen in diesem Bereich. © Bernd Paulitschke (Archiv)
Baumfrevel

Säge, Bohrer, Säure: Rätselhafte Angriffe auf Eichen an der JVA Ergste

Angesägt, durchbohrt und nun verätzt: Irgendjemand muss etwas gegen die jungen Eichen in Ergste haben. Zum vierten Mal versuchten Unbekannte, die Bäume zu zerstören.

Die kleine Reihe Eichen steht an den Feldwegen neben der Gillstraße in der Nähe der Justizvollzugsanstalt. Sie gehören aber nicht den Landwirten, auf deren Flächen sie stehen, sondern dem Kreis Unna. Der hatte sie 1998 gepflanzt und die Landwirte dafür entschädigt.

Doch irgendjemand scheinen die Eichen dort zu stören. Bereits zum dritten Mal wurden sie Opfer von Baumfreveln. Wer hinter den Angriffen steckt, darüber rätselt der Kreis.

Bürger hatten die geschädigten Bäume bemerkt

Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger kontaktierten den Kreis, weil ihnen welkes Laub an den Bäumen und braunes Gras ringsherum aufgefallen sei.

Außerdem wäre deutlicher Essiggeruch wahrzunehmen, erzählte Kreissprecherin Birgit Kalle am Donnerstag (29.4.). „Wir sind sehr dankbar für diese Hinweise, denn so konnten wir die Bäume im großen Stil wässern – in der Hoffnung, dass die Eichen dadurch gerettet werden können.“

Wer die Täter sind? Da hofft man beim Kreis auf Zeugen aus der Nachbarschaft. „Das ist kein Dumme-Jungen-Streich, sondern eine handfeste Sachbeschädigung, deshalb hoffen wir natürlich auf Hinweise auf die Täter.

Nicht der erste Angriff auf die Bäume

Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert: Im Frühling 2017 hatten unbekannte Täter dort vier Eichen angesägt. Die Bäume waren so beschädigt, dass neue Bäumchen für die bereits stattlichen Exemplare gepflanzt werden mussten.

Vor drei Jahren wurden die Eichen angebohrt und eine dunkle Flüssigkeit in die Löcher gekippt. Teilweise wurden die Bäume wieder aufgeforstet. © Bernd Paulitschke (Archiv) © Bernd Paulitschke (Archiv)

Nach den Vorfällen im März 2017 hatte der Kreis eine Strafanzeige erstattet. Zumal es sich schon damals um einen beträchtlichen Schaden handelte: Rund 10.000 Euro kostete das Ersetzen der vier Bäume inklusive Aushub, Baumpreis und Neuanpflanzung. Ein Schaden von weiteren 10.000 Euro fiel erst wenige Tage nach den ersten Vorfällen auf: Drei weitere Eichen waren durchbohrt worden. Auch sie mussten ersetzt werden.

Täter hatten dicke Löcher in die Stämme gebohrt

Und dann hatte man im selben Jahr noch drei Eichen entdeckt, in die jemand dicke Löcher gebohrt hatte. Einen Teil der Bäume ließ man stehen, doch so ganz erholt haben sie sich nicht. Im Frühjahr 2018 dann ein weiterer Angriff auf Bäume aus dieser Anpflanzung: Zwei größere Eichen wurden durchbohrt und mit einer Flüssigkeit gefüllt.

Auf der Suche nach den Tätern setzt der Kreis auf die Nachbarn. „Wir sind im Kontakt mit den Anwohnern und haben sie gebeten, uns bei verdächtigen Beobachtungen Hinweise zu geben“, so Kreissprecherin Kalle.

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Heiko Mühlbauer

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