Stadtentwicklung

„Schandfleck“ Alt Schwerte: Stadt bereitet Enteignung vor

2006 drehte der letzte Wirt von Alt Schwerte den Zapfhahn hoch. Seitdem verfällt die Immobilie zusehends. Die Stadt erklärt nun Verhandlungen mit dem Eigentümer für gescheitert und handelt.
Der „Schandfleck" in der Hüsingstraße: Das Gebäude des ehemaligen Alt Schwerte verfällt. © Maximilian Stascheit (A)

Seit rund 15 Jahren verfällt Alt Schwerte zunehmend. Die Immobilie, die an der Hüsingstraße 7 liegt, gilt nicht nur den direkten Nachbarn und Kaufleuten als Schandfleck. Auch viele Kunden in der Innenstadt stören sich an dem Zustand des Gebäudes. Nachdem die Stadt lange Zeit vergeblich Versuche unternommen hat, gemeinsam mit dem Eigentümer Lösungen zu finden, reißt ihr nun der Geduldsfaden. Notfalls mit dem Mittel der Enteignung soll das Haus aus dem Stadtbild verschwinden.

„Es ist das Ziel der Stadt Schwerte, die Innenstadt städtebaulich zu entwickeln und Aufenthaltsqualitäten deutlich zu steigern“, sagt Bürgermeister Dimitrios Axourgos. In dieses Konzept passt der aktuelle Zustand der seit fast 15 Jahren leerstehenden Immobilie „Alt Schwerte“ in der Fußgängerzone überhaupt nicht; sie gilt als abgängig.

Stadt: „Verhandlungen sind nicht mehr zielführend“

Mehrfach sei versucht worden, mit dem Eigentümer zu verhandeln, so der Technische Dezernent Christian Vöcks, jedoch sei dieser nicht zu den Terminen erschienen. Darauf habe die Stadt dem Eigentümer nun zweimal ein Kaufpreisangebot unterbreitet, worauf weder geantwortet worden sei noch Fristsetzungen berücksichtigt worden seien. „Nun ist der Punkt erreicht, an dem Verhandlungen nicht mehr zielführend sind und ordnungsbehördliche Verfahren angestrebt werden sollten“, so Vöcks.


Kontakt zur Bezirksregierung aufgenommen

Dazu hat die Stadt Schwerte nicht nur Kontakt zur Bezirksregierung in Arnsberg aufgenommen, die ein Verfahren zur Enteignung durchführen würde. Auch ein Rechtsanwalt wurde in der Sache engagiert. Verfahren sind möglich, nachdem der Rat der Stadt Schwerte im Sommer die Satzung über die Sicherung von Durchführungsmaßnahmen im Stadtumbaugebiet „Innenstadt Schwerte“ beschlossen hatte. Diese Satzung erlaubt die Sicherung der beschlossenen Ziele und Maßnahmen im bezeichneten Gebiet.

Stadtplaner: Wir sind gezwungen zu handeln

„Der Zustand Ihrer Immobilie beeinträchtigt unmittelbar die Mieter und Eigentümer der Nachbargebäude und hat darüber hinaus negative Auswirkungen für Eigentümer, Bewohner und Nachbarn und somit für die gesamte 1a-Lage der Schwerter Innenstadt“, so Christian Vöcks in einem Brief an den Eigentümer. „Eine gütliche Einigung kann nur noch gelingen, wenn der Eigentümer auf die Stadt zukommt. Danach sieht es derzeit nicht aus. Deshalb sind wir gezwungen zu handeln“, so Vöcks abschließend.

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