Die ehemalige EAW Anheizhalle in Schwerte liegt versteckt und wuchert immer mehr zu. Sie ist nur eines der maroden Gebäude in Schwerte. © Laura Schulz-Gahmen
Leerstände

Schandflecke in Schwerte: Diese Häuser stehen schon lange leer

Verwuchert, leerstehend, abrissreif, baufällig - es gibt sie überall in Schwerte: verlassene Häuser. Wir gingen auf die Suche nach verlassenen Gebäuden oft mitten in der Stadt.

Die Häuser, die meist längst leerstehen und dabei immer maroder und unansehnlicher werden, sind überall in Schwerte zu finden. Über die folgenden Gebäude gibt es schon lange Beschwerden, eine Besserung hingegen ist meist nicht in Sicht.

Geisterhaus in der City

1. Ein Geisterhaus mitten in der Innenstadt von Schwerte: „Alt Schwerte“ in der Hüsingstraße war ehemals eine gute Adresse. Lange ist es her. Seit rund 15 Jahren verfällt das Gebäude in dem einst eine Gastwirtschaft über 100 Jahre ausschenkte.

Wer gute Augen hat, kann sogar noch den kunstvoll in die Schieferplatten eingearbeiteten Schriftzug „Café“ in der Fassadenverkleidung im zweiten Obergeschoss lesen.

Es folgten unterschiedliche Wirte, ein Lebensmittel-Laden und das Herrenhaus Fischer nutzte es später noch als Schaufenster.

Zuletzt zog ein gemeinnütziges „Knopf-Projekt“ ein und schnell auch wieder aus.

Immer wieder wurde zwischen der Stadt Schwerte und dem Immobilienbesitzer diskutiert und es wurde mehrfach darüber nachgedacht, das Haus abzureißen und neu zu bauen – bisher vergeblich.

Reichshofstraße 95

2. Der Schandfleck von Westhofen ist das Fachwerkhaus Reichshofstraße 95. Steine des Schornsteins sind schon vom Dach gefallen, die Fenster sind mit Brettern vernagelt und von der Fassade sollte man erst gar nicht reden.

Die Ruine aus dem Baujahr 1827 ist komplett sanierungsbedürftig und im Prinzip abrissreif. Der Abriss kommt allerdings nicht in Frage, denn das Haus steht unter Denkmalschutz. Bereits etliche Male hat es den Eigentümer gewechselt. Zum letzten Mal versteigert wurde dieses Objekt im Jahr 2019.

Die neuer Eigentümer ist eine Firma namens Pegasus Property Nr. 8 Limited aus England. Was das Unternehmen mit einer Schrottimmobilie wie dieser vorhat, war nicht zu erfahren: „Ich gebe keine Auskünfte“, sagte der Geschäftsmann, der das Unternehmen mit einer notariellen Generalvollmacht vertreten hatte.

Gasthof Drei Linden und Co.

3. Die Abrisshäuser an der B236 sind den Schwertern schon lange ein Dorn im Auge. Seit Beginn des Ausbaus der B236 ist die Beseitigung des ehemaligen Rasthofes Drei Linden geplant, das Unternehmen Deges hat sich mit dem ehemaligen Eigentümer geeinigt: Im Juni hieß es von Deges, der Abriss solle in den kommenden Tagen geschehen. Was bisher passiert ist? Nichts.

Der Abriss werde vorbereitet, ein genauer Termin steht aber nicht fest.

Und auch die restlichen verfallenen Häuser an der viel befahrenden Straße könnten noch eine Weile bestehen bleiben. Mit den Eigentümern des ehemaligen Klempnerbetriebes und eines älteren Wohnhauses stehe Deges zwar kurz vor Abschluss von Verhandlungen, aber wann der Abriss tatsächlich geschieht, ist ungewiss.

Die Fabrikantenvilla nahe der Innenstadt

4. Eine verfallene Fabrikantenvilla auf einer 5000 Quadratmeter großen Fläche wuchert seit über zehn Jahre vor sich hin. Die Rede ist von dem Grundstück zwischen Wilhelmstraße und Kantstraße, ehemalig genutzt vom Stahlhandel Becker und Fleer.

Der gegenwärtige Plan der Firma Beta Eigenheim ist eine Bebauung der Fläche.

40 Miets- und Eigentumswohnungen sollen in der alten Fabrikantenvilla und in Neubauten entstehen.

Doch auch dieses Projekt verzögert sich. Die Anträge für die Bewilligung öffentlicher Fördermittel seien vom Kreis Unna noch nicht bestätigt. Erst wenn das geschieht, werde der Bauträger aus Bergkamen über den Zeitplan für die Realisierung des Projekts informiert.

Alte Wasserburg

Die genannten vier Schandflecke sind längst nicht alle in Schwerte. Bei einem Rundgang durch die Stadt lassen sich noch mehr verlassene Häuser finden, um die sich augenscheinlich lange Zeit niemand mehr gekümmert hat.

Zu nennen ist da zum Beispiel das Grundstück Gut Steinhausen, auf dem 2015 die damals als Wohngebäude genutzte Wasserburg abbrannte. Hinterlassen haben die Flammen nur Reste von Mauern, das Gebäude ist nur noch eine Ruine.

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Schandflecke in Schwerte

Ehemaliges Speditionsgelände

Auch das Gelände der ehemaligen Spedition Holzrichter liegt schon lange brach. Für die Fläche am Mühlendamm gab es schon unterschiedliche Pläne: Doch weder der Vorschlag, dort einen Edeka zu eröffnen, noch derjenige, den Platz für altersgerechtes Wohnen zu nutzen, konnten sich durchsetzen.

Ehemalige Anheizhalle verkommt seit Jahren

Ein weiteres Ärgernis für Schwertes Bürger ist die alte Anheizhalle für Dampflokomotiven im ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk bei Schwerte-Ost. Seit der Schließung des Werkes steht die Halle leer und verfällt zunehmend. Gekümmert hat sich auch hier noch niemand.

Die Schwerter „Bronx“

Genauso steht es auch um die gebeutelten Gebäude im Senningsweg. Die Häuserzeile ist schon seit über 15 Jahren ungenutzt. Es gab schon mehrmals Pläne für die Schandflecken, die übrigens auch die Nachbarn schon lange frustrieren. Geklappt hat aber bisher keine der Ideen, denn der Eigentümer wehrte sich dagegen. Die Gegend wurde von Nachbarn schon als die Schwerter Bronx bezeichnet.

Und es gibt noch weitere

Und immer noch weitere Häuser könnten aufgezählt werden, die das Stadtbild verschandeln. Die in die Jahre gekommenen Fachwerkhäuser an der Kampstraße, das ehemalige Aral Tankstellengebäude, das seit 2015 ungenutzt verkommt oder das marode Gebäude in der Strangstraße: Problemhäuser gibt es zuhauf. Und zu ändern scheint sich daran wenig.

Kennen Sie noch mehr Gammelhäuser in Schwerte?

Helfen Sie mit: Wenn Sie weitere unbewohnte Häuser und ungesicherte Grundstücke in der Umgebung kennen, die die Sammlung der Schandflecke bereichern, freuen wir uns über Ihre Fotos. Bitte nennen Sie Straße und Hausnummer des Gebäudes und schreiben Sie dazu, was Sie über das Objekt wissen. Die Informationen nehmen wir gerne per Mail an lokalredaktion.schwerte@mdhl entgegen.

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