Schlafzimmer ausgebrannt: Für eine Frau gab es keine Rettung mehr

mlzFeuerwehr in Schwerte

Mehrfach ein lauter Knall. Jedesmal schlug dabei eine Feuerwolke aus dem Fenster. So erlebten Nachbarn den Wohnungsbrand an der Straße Beckenkamp. Sie hörten auch eine Frau um Hilfe schreien.

Schwerte

, 23.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Feuer war tödlich. Eine Gluthitze von „mindestens 800 Grad“ - so Feuerwehr-Pressesprecher Olaf Patzke - muss hinter der rußgeschwärzten Fensteröffnung im ersten Obergeschoss des Wohnblocks am Beckenkamp gewütet haben. Darauf deutet der abgeplatzte Beton an der Decke hin, der die Stahlarmierung freigelegt hat. Hier war das Schlafzimmer. Für eine Person, die die Feuerwehrleute darin fanden, gab es keine Rettung mehr. Es dauerte Stunden, bis Polizei-Pressesprecherin Vera Howanietz sagen konnte: „Es handelt sich um eine weiblich Person.“ Die Identität müsse noch festgestellt werden.

Von der Drehleiter aus löschte die Feuerwehr die Flammen in der Wohnung im ersten Obergeschoss.

Von der Drehleiter aus löschte die Feuerwehr die Flammen in der Wohnung im ersten Obergeschoss. © Reinhard Schmitz

Viele Nachbarn, die auf der Wiese zwischen den Wohnblocks und auf Balkonen stehen, sind erschüttert. „Eine Bewohnerin rief aus dem Fenster um Hilfe“, berichtet Denis Michalecki, der im Nachbarhaus wohnt. Durch einen lauten Knall aufgeschreckt, hatte er nach draußen geschaut: „Da kam eine richtig große Feuerwolke aus dem Fenster geschossen.“ Das habe sich noch mehrfach wiederholt. „Es hat bestimmt zehn Mal geknallt“, sagt Siedlungs-Bewohner Bernd Mrotzek. So laut, dass er zunächst glaubte, dass gegenüber ein Balkon abgefallen sei. Dort werden gerade weitere Blocks renoviert. Der Druck muss so stark gewesen sein, dass Splitter der Fensterscheibe 15 Meter weit auf die Wiese flogen.

Hausbewohner scheiterte bei Rettungsversuch an der Hitze

„Das war die Hölle auf Erden“, sagt ein anderer junger Mann. Ein Mitbewohner habe noch versucht, für einen Rettungsversuch in die Brandwohnung vorzudringen. Das sei wegen der großen Hitze und des Rauchs aber nicht möglich gewesen. Die Polizeisprecherin bestätigt, dass ein Hausbewohner dem Brandopfer zu Hilfe eilen wollte. Er wurde anschließend wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung vom Rettungsdienst behandelt.

Der angeforderte Rettungshubschrauber war auf einer Wiese neben dem Hoesch-Gelände gelandet.

Der angeforderte Rettungshubschrauber war auf einer Wiese neben dem Hoesch-Gelände gelandet. © Reinhard Schmitz

Da Zeugen der Feuerwehr davon berichtet hätten, dass sich ein bis zwei Personen in der Wohnung aufgehalten hätten, wurde zunächst noch Schlimmeres befürchtet. Bei der späteren Suche wurde aber kein weiteres Opfer gefunden, wie Feuerwehrsprecher Olaf Patzke berichtet. Als seine Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, habe es in der Wohnung schon lichterloh gebrannt: „Mit Flammenschein nach draußen.“ Von der Drehleiter aus wurden die Flammen bekämpft. Alarmiert wurden neben der Hauptamtlichen Wache die Löschzüge Mitte, Westhofen und Ergste. Ein Rettungshubschrauber landete auf einer Wiese vor dem Hoesch-Gelände.

Brandermittler der Polizei untersuchen die Wohnung

Am Nachmittag trafen Brandermittler der Polizei am Unglücksort ein. Nach Angaben von Nachbarn gibt es dort keine Gas-, sondern eine Ölheizung. Bis Klarheit über die Brandursache vorliegt, kann noch einige Zeit vergehen. Die Feuerwehr ging davon aus, dass die übrigen Wohnungen des Fünf-Parteien-Blocks noch bewohnbar seien.

Lesen Sie jetzt