Schließung angekündigt: Weltweit verbreitete Modekette zieht sich aus der City zurück

mlzFußgängerzone Schwerte

Ein bekannter Name verschwindet aus Schwertes Fußgängerzone. Am 31. Oktober 2019 ist Schluss mit dem Mode-Verkauf in dem Geschäftshaus, das einst als das modernste weit und breit galt.

Schwerte

, 13.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitten in der Fußgängerzone droht wieder ein Leerstand. Mit einer Rotstift-Aktion kündigt der Mode-Filialist Gerry Weber in seinen Schaufenstern die Schließung des Standorts an. Termin sei der 31. Oktober, wie Sprecher Lukas Dorer von der zuständigen Mirnock Consulting (Walldorf) mitteilt: „Hintergrund ist die laufende Restrukturierung des Unternehmens im Rahmen des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung“. In diesem Zuge sei die Schließung von 146 sogenannten Stores in Deutschland angekündigt. Zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter werden keine Auskünfte gegeben.

Knapp sieben Jahre lang war das Modeunternehmen aus Halle (Westfalen) damit in der Schwerter City vertreten. Ende November 2012 hatte es einen seiner damals weltweit 550 Standorte an der Hüsingstraße 22-24 eröffnet. In dem 200 Quadratmeter großen Ladenlokal hatte vorher die Firma Wissmach aus Göppingen bei Stuttgart ihre Mode verkauft. Die wiederum war Ende 2011 in die Insolvenz geraten und von Gerry Weber übernommen worden.

Erbaut als erstes modernes Geschäftshaus an der Hüsingstraße

Das Geschäftshaus an der Hüsingstraße hat Stadtgeschichte mitgeschrieben. Es erzählt von der ersten Modernisierungswelle der heutigen Fußgängerzone. Im Jahre 1899 hatte der Hörder Gastwirt Carl Feit die Parzelle Hüsingstraße 24 - das seinerzeit teuerste Grundstück in der City - gekauft. Dort ließ er zwischen den Fachwerkhäuschen der Nachbarschaft das erste Backsteingebäude im Gründerzeitstil hochziehen - für die stolze Summe von 24.000 Goldmark. Die Schwerter sprachen nur von dem „Schmuckkästchen“. Im Erdgeschoss eröffnete der Bauherr ein Haushalts- und Eisenwarengeschäft. Dort waren sogar Handwerkerbedarf, Nähmaschinen und Küchenherde zu haben.

Nach dem Konsum begann die Mode-Ära

Als Feit später auch noch Kinderwagen und Landwirtschaftsbedarf in sein Sortiment aufnehmen wollte, reichte die Verkaufsfläche aber nicht mehr aus. Deshalb wurde das angrenzende Gebäude Hüsingstraße 22 erworben, das Sohn Carl Feit jun. im Jahre 1926 abreißen und durch einen Neubau ersetzen ließ. Beide Ladenlokale wurden durch eine gemeinsame Fassade verbunden, deren Pläne der Architekt Carl H.J. Schmitz entwarf, der sich mit dem Bau des Rathauses einen Namen gemacht hatte.

Schließung angekündigt: Weltweit verbreitete Modekette zieht sich aus der City zurück

Im Jahre 1926 wurden die Geschäftshäuser Hüsingstraße 22/24 verbunden. Der Rathaus-Architekt Carl H.J. Schmitz gestaltete die einheitliche Fassade. © Repro Reinhard Schmitz

Das Geschäftshaus galt damals als das modernste an der Hüsingstraße und hatte als einziges schon einen Anschluss an den Abwasserkanal.

Der Name „Feit“ stand bis 1957 über dem Eingang zu dem Geschäft, das das Sortiment eines kleinen Baumarkts bot. Danach zogen Pächter ein. Erst war dort eine Konsum-Filiale zu finden, dann folgte die Firma Müller-Wipperfürth als erstes Modegeschäft an dieser Stelle.

Was demnächst hier zu finden sein wird, ist noch unbekannt.

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