Der Schulausschuss tagte am Mittwoch in der Aula der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule unter Corona-Bedingungen. © Heiko Mühlbauer
Schulneubau

Schulausschuss beschließt Neubau der TFG – lässt aber Fragen offen

Die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule braucht mehr Platz. Das ist unumstritten. Der Schulausschuss beschloss am Mittwoch, das Problem durch einen Neubau zu lösen. Doch es bleiben viele Fragen offen.

Die Botschaft, mit der die Schulausschuss-Vorsitzende Claudia Belemann-Hülsmeyer die Debatte im Schulausschusses am Mittwochabend eröffnete, war klar: „Der Fachausschuss betrachtet das Projekt nur aus pädagogischer Sicht.“

Das Projekt ist die Erweiterung oder der Neubau der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule. Und die Entscheidung dazu lautete nach gut einstündiger Diskussion: „Schulausschuss empfiehlt Neubau einer fünfzügigen Schule.“

Doch einstimmig war dieser Beschluss nicht und er lässt auch mehr Fragen offen, als er beantwortet. Denn als Fachausschuss wurde nur ein Aspekt der Entscheidung beleuchtet, oder wie es Schuldezernent Tim Frommeyer formulierte: „Jede Baumaßnahme dieser Art hat mehrere Dimensionen: finanzpolitische, bauplanerische und schulpolitische.“ Als Schuldezernent könne er sich für einen Neubau aussprechen.

Oberstufe oder nicht war keine Frage

Wo dieser Neubau stehen soll und wie er teuer er werden darf, dazu hielten sich die meisten Politikerinnen und Politiker im Schulausschuss bedeckt. Lediglich die Fraktionsvorsitzende der FDP, Renate Goeke, plädierte noch einmal dafür, den Bau einer Oberstufe für die neue Gesamtschule zu überdenken. Sie geht davon aus, dass die Schülerzahlen für eine funktionierende Oberstufe an der Schule nicht zustande kommen.

Das sieht Schuldezernent Frommeyer anders: „Auch bei den aktuell 86 Schülern gehen wir davon aus, dass sich durch Zuzügler und Wechsler die Zahl noch steigern wird.“ Und Michael Rotthowe von den Grünen ergänzte: „Wenn wir tatsächlich am Ende der Zeit sehen, dass mal eine Oberstufe nicht groß genug sein wird, dann können wir auch für die TFG eine Beschulungsvereinbarung führen. Das haben wir für die Gymnasien auch getan.“

Zuspruch für das didaktische Konzept

Zuspruch erhielt der Didaktische Leiter der TFG, Ben Alze, für das pädagogische Konzept der Schule. Er appellierte an den Ausschuss, für die Arbeit die notwendigen Räume zur Verfügung zu stellen. „Wir machen hier gute Arbeit unter schweren Bedingungen.“

Dass dringender Handlungsbedarf besteht, wird aktuell von keiner politischen Partei angezweifelt. Auch die WfS, die sich bislang noch nicht mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet hatte, erklärte: „Wir sind für einen Schulneubau, das sind wir den Schülerinnen und Schülern schuldig.“

Kein einstimmiger Beschluss zum Neubau

Am Ende kam man dennoch nicht zu einem gemeinsamen Beschluss. Denn die Grünen wollten zwar beschließen, dass die Schule die notwendigen Räume für ihr pädagogisches Konzept erhalte, nicht aber, dass dies unbedingt ein Neubau sein müsse. „Wir müssen hier nicht über einen Neubau entscheiden“, so Sprecher Bruno Heinz-Fischer.

Schließlich werde das Thema noch im Bauausschuss und im rat auf den Tisch kommen. Marco Kordt (CDU) konterte: „Wenn alle Fachleute sagen, das geht nur in einem Neubau, sollten wir als Schulträger hier auch einen Neubau beschließen.“ Das tat man dann auch, allerdings gegen die Stimme der FDP und bei Enthaltung der Grünen.

Frage bleibt, wo gebaut wird

Ungelöst blieb bei der Debatte aber die Frage, wo denn der Neubau entstehen solle. Denn die meisten Parteien sind mittlerweile vom Standort am Großen Feld in Holzen, den die Verwaltung vorgeschlagen hatte, abgerückt. Eine neuer Vorschlag ist zumindest in der öffentlichen Debatte noch nicht aufgetaucht. Und ein Neubau auf dem bestehenden Gelände am Bohlgarten würde für die Schule nahezu unzumutbare Zustände bedeuten. „Wir werden schon jetzt bis zu acht Container in der Spitze brauchen“, gab Lehrer Ben Alze den Kommunalpolitikern mit auf den Weg.

Spätestens bis zur Ratssitzung am 5. Mai wird man dieses Problem aber lösen müssen. Denn jede Verzögerung bedeutet weitere Belastungen für die Schule.

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Redaktion Schwerte
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Heiko Mühlbauer

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