Das Elsebad wurde überflutet, weil der Elsebach all den Regen nicht mehr ableiten konnte. Zurück blieb glitschiger Schlamm. © Reinhard Schmitz
Starkregen

Schwammstadt: Wie Schwerte künftig vor Überflutungen geschützt werden könnte

Der Starkregen und die damit verbundenen Überflutungen Mitte Juli haben viele Menschen erschüttert. Wie kann man Städte, die wie Schwerte in der Nähe von Bächen und Flüssen liegen, schützen?

Schwammstadt ist keine Kleinstadt in irgendeiner Provinz. Schwammstadt ist ein Konzept, das helfen soll, die Schäden durch Starkregenereignisse abzumildern. Die Schwerter SPD hat jetzt das Schwammstadtkonzept für Schwerte beantragt.

In einem Schreiben von Natascha Baumeister von der SPD-Ratsfraktion steht: „Wir möchten, dass kurz-, mittel und langfristige Maßnahmen ergriffen werden, damit Schwerte im ganzen Stadtgebiet gewappnet ist für Klimaveränderungen, für Starkregen und auch Dürrephasen.“

Die Fraktion hat den Antrag auf den Weg gebracht, ein Regenwasser-Nutzungskonzept im Sinne einer Schwammstadt für Schwerte zu entwickeln.

Schlamm im Schwimmbecken

Hüfthoch stand das Wasser am 14. Juli in den Technikräumen, Duschen und auf den Liegewiesen im Elsebad. Schlamm statt klarem Wasser stand in den Becken.

Der kleine Elsebach konnte die Wassermassen nicht ableiten und hat das ganze Elsebad geflutet. Dass kluge Konzepte solch desaströse Niederschlagsfolgen verhindern können, zeige sich in der Innenstadt, so Natascha Baumeister.

„Die Schwerter Altstadt war früher immer massiv bedroht von Überflutung. Doch bei dem großen, vielerorts so zerstörerischen Regen Mitte Juli blieb die Schwerter Altstadt unbehelligt.“

Altstadt kam glimpflich davon

Grund dafür sei die Renaturierung des Mühlenstrangs. Die veränderte Abwassersituation habe sich bewährt. Auf Höhe der Kleingartenanlage „Amsel“ steht die Renaturierung des Mühlenstrangs noch aus – die Folgen und großen Überflutungsschäden waren demnach unverkennbar.

„Es gilt jetzt, zukunftssichernde Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung auf den Weg zu bringen“, sagt Ratsherr Simon Lehmann-Hangebrock, SPD-Sprecher im Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität. „Wasser als Element hat hierbei die höchste Priorität.“

Das Konzept der Schwammstadt (Sponge-City) sieht vor, das Wasser nicht durch Kanäle abzuleiten, sondern zu speichern. So soll bei Starkregen eine Überflutung vermieden werden.

Wasser speichern

Das Niederschlagswasser wird in der Stadt gespeichert und kann in Dürrephasen als Nutzwasser zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel zur Bewässerung von Bäumen.

Straßengräben, straßenbegleitende Sickergruben, Begrünung von Dächern, Entsiegelung von Flächen – die zahlreichen Möglichkeiten, um Wasser aufzufangen, zu speichern oder abzuleiten, müssten in Schwerte umfassend entwickelt und genutzt werden, meint die SPD.

Bereits in der vergangenen Woche machten Gerüchte die Runde, die Schwerter Stadtspitze habe sich mit der Unteren Wasserbehörde bereits über das Schwammstadt-Konzept unterhalten. Jetzt stellte ein Stadtsprecher klar, dass so ein Gespräch nicht stattgefunden habe.

Auch die Schwerter Stadtentwässerung bestätigte auf Anfrage, dass es bislang keine Gespräche über das Schwammstadt-Konzepte gegeben habe.

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Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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