Schwerte ist eine Autostadt

Ergebnis der Umfrage-Serie

Der Schwerter fährt Auto. Ob in die Nachbarstädte oder auch innerhalb der Stadt. Das ist eines der markantesten Ergebnisse der großen RN-Verkehrs-Umfrage.

von Von Anne Petersohn, Heiko Mühlbauer und Reinhard S

, 08.04.2011, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stau ohne Ende: auf der Hörder Straße ist immer viel los. Busse nutzen die Schwerter kaum.

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Umfrage zum Verkehr

Vier Wochen lang haben wir Aspekte des Themas Verkehr beleuchtet. Es ging um Unfall-Schwerpunkte und Verkehrskonzepte für die Zukunft, um Politessen und Alkohol am Steuer. Auch nach Ihrer Meinung zum Thema Verkehr haben wir gefragt. 582 Fragebögen gingen bei uns ein, wurden vom mct-media-Consulting-Team der Universität Dortmund ausgewertet und von unserer Grafik-Abteilung in übersichtliche Diagramme umgesetzt. Hier also die Ergebnisse Ihrer Antworten.
08.04.2011
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© Grafik: Debora Mühe
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Vier Wochen lang haben wir Aspekte des Themas Verkehr beleuchtet. Es ging um Unfall-Schwerpunkte und Verkehrskonzepte für die Zukunft, um Politessen und Alkohol am Steuer. Auch nach Ihrer Meinung zum Thema Verkehr haben wir gefragt. 582 Fragebögen gingen bei uns ein, wurden vom mct-media-Consulting-Team der Universität Dortmund ausgewertet und von unserer Grafik-Abteilung in übersichtliche Diagramme umgesetzt. Hier also die Ergebnisse Ihrer Antworten.
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„Schade“, sagt Frank Severin, Sprecher der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU): „Das Umfrageergebnis ist schlechter als das Angebot.“ Als eine Ursache vermutet er die große Zahl von Zweitfahrzeugen, über die Haushalte in der relativ kaufkraftstarken Ruhrstadt verfügen. Auch gebe es keine Parkgebühren, die zum Umsteigen in den Bus anregen könnten. Um diesen Schritt attraktiver zu machen, arbeitet die VKU ständig an der Qualität, erklärt Severin. Beispielsweise seien die Außendienstmitarbeiter bald zentral im Bahnhofsgebäude zu erreichen. „Häufig ist es so, dass man das Angebot testen muss“, lädt Severin ein. Dann könne man feststellen, dass modernes Busfahren viel bequemer geworden sei als vor 20 Jahren. Denn manche hätten wohl noch die Zeiten im Kopf, als Schwerte wegen des Wirrwarrs der unterschiedlichen Busgesellschaften und Tarife als „Bermuda-Dreieck des Öffentlichen Nahverkehrs“ galt.

Natürlich steht bei dieser Autonutzung das Thema Parkplätze in der Innenstadt bei vielen Menschen ganz oben auf der Agenda. 68,7 Prozent der Befragten gaben an, dass es zu wenig Parkplätze in der Innenstadt gibt. „Ich halte das für ein subjektives Empfinden“, so Stadtsprecher Carsten Morgenthal. Insgesamt gebe es mehr als 1500 kostenlose Parkplätze im Citybereich. Hinzu kommen die drei Parkhäuser mit rund 550, allerdings kostenpflichtigen Stellplätzen. Ein Schwerter Problem haben schon die Verkehrsgutachter des Büros Kaulen im Jahr 2005 erkannt: Die Schwerter fahren von Geschäft zu Geschäft. Jede vierte Autofahrt in der Innenstadt ist nicht länger als 500 Meter. Während man in Großstädten teure Parkhäuser und lange Wege in Kauf nimmt, sind die Kunden in Städten dieser Größenordnung dazu offenbar nicht bereit. Wobei die Leute wegen der Einbahnstraßen auch oft für 100 Meter Fußweg 400 Meter Autofahrt in Kauf nehmen, so das Gutachten.

Der Anspruch der Autofahrer, einen Parkplatz direkt vor der Tür zu finden, ist auch Joachim Kockelke vertraut. „Das führt zu einem regen Parksuch-Verkehr.“ Parkplätze, so der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, seien zwar in ausreichender Zahl vorhanden. „Das Problem ist aber, dass sie überall verteilt sind“, so Kockelke. Gerade die Tiefgaragen seien relativ versteckt. Auswärtige Besucher hätten daher Schwierigkeiten, wenn sie nicht auf Anhieb einen Parkplatz fänden. Joachim Kockelke hofft, dass auf lange Sicht eine weitere Tiefgarage in der Ruhrstadt entsteht – idealerweise am Bahnhof. Und auch der öffentliche Nahverkehr, so der Unternehmer, sei verbesserungswürdig. Auswärtige Besucher kämen zu 99 Prozent mit dem Auto. Und innerhalb der Stadt gebe es beim Busverkehr viel zu tun – „gerade unter demographischen Gesichtspunkten.“

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