„Wenn die Wache Wandhofen geschlossen wird, treten wir aus der Feuerwehr aus“

mlzFreiwillige Feuerwehr

Mehr Brandschutz durch die Schließung einer Wache der Freiwilligen Feuerwehr. Dieser Vorschlag aus dem neuen Schwerter Brandschutzkonzept ist Blödsinn, findet nicht nur Dieter Schmikowski.

Wandhofen

, 30.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es formiert sich Widerstand gegen den neuen Brandschutzbedarfsplan. Noch vor der Veröffentlichung sickert durch, dass dort die Schließung der Freiwilligen Feuerwehr in Wandhofen empfohlen wird. Für die Interessen der Feuerwehr meldet sich jetzt Dieter Schmikowski zu Wort. Er hatte sich vor zehn Jahren, als man schon einmal um die Schließung der Löschgruppe diskutierte, erfolgreich für die Feuerwehrleute eingesetzt. Damals war Schmikowski SPD-Ratsherr.

Schließung ist unnötig und hat Nachteile

„Nach intensiven Vorgesprächen mit der Löschgruppe Wandhofen bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass eine Schließung des Standortes in Wandhofen unnötig ist und ganz erhebliche Nachteile mit sich bringt“, so Schmikowski.

Begründet werde die Schließung des Standortes Wandhofen unter anderem mit der geringen Anzahl von ehrenamtlichen Einsatzkräften und der teilweisen Nichteinhaltung des Arbeitsschutzes. Und: Die Einsätze der Einheit Wandhofen könnten durch die ehrenamtlichen Einheiten Mitte und Westhofen sowie den hauptamtlichen mit abgedeckt werden.

Feuerwehr in Schwerte hat schon jetzt Personalnot

Schon jetzt hätte die Freiwillige Feuerwehr Personalnöte. „Warum schwächt man sich selbst mit der Auflösung des Standortes Wandhofen?“, fragt Schmikowski. Wenn der Standort Wandhofen geschlossen werde, habe ihm die Löschgruppe gesagt, würden alle geschlossen aus der Feuerwehr austreten. Dieses hätte zur Folge, dass mehr hauptamtliche Kräfte eingestellt werden müssten.

Was die Nichteinhaltung des Arbeitsschutzes in Wandhofen anbelangt, so könne festgehalten werden, dass es bei fast allen Standorten Probleme gebe oder etwas fehle.

Dass die Aufgaben der Wandhofener Feuerwehr von Westhofen oder Schwerte-Mitte aus erledigt werden könnten, glaubt Schmikowski nicht. Denn auch dort fehle Personal. In Westhofen zum Beispiel solle die Sollstärke 63 Einsatzkräfte betragen, tatsächlich seien es aber 31. Außerdem bezweifele er, dass die Löschgruppen Mitte und Westhofen innerhalb der Hilfsfrist von acht Minuten, zum Beispiel die Osterfeldstraße in Wandhofen bei einem Brand erreichen könnten.

Löschgruppe Wandhofen wurde über die Jahre vernachlässigt

Überhaupt sei die Löschgruppe in den vergangenen Jahren bewusst oder unbewusst vernachlässigt worden. So sei der Einheit, ein in Wandhofen stationiertes zweites Fahrzeug, nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft weggenommen worden. Und das, obwohl nach dem noch geltenden Brandschutzbedarfsplan das Fahrzeug in Wandhofen hätte stehen müssen.

Dabei hätten die Ehrenamtlichen in Wandhofen vieles für ihre Wache in Eigenleistung geregelt, wie den Anbau am Gerätehaus oder die Renovierung des Schulungsraumes. Diese ehrenamtliche Leistung der Löschgruppe werde mit der Schließung des Standortes mit Füßen getreten, so Schmikowski.

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Ärger über die Wehrleitung in Schwerte

Ärgerlich findet Schmikowski auch die Rolle der Schwerter Wehrleitung in dieser Sache. „Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Wehrleitung in ihrem eigenen Interesse, klar gegen eine Schließung ausgesprochen und lieber nach Möglichkeiten gesucht hätte, die Wehr zu erhalten.“

Doch noch kennen nur die Verfasser und die Verwaltung den neuen Brandschutzbedarfsplan. Am Mittwochabend soll er den Politikern im Stadtrat vorgestellt werden. Die SPD-Ratsfraktion hat angekündigt, nach der Vorstellung des Brandschutzbedarfsplans diesen den Wehrleitungen am Montag vorzustellen und zu erläutern.

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