Schwerter Ärzte stehen mehr als 13 Stunden in indischem OP-Saal

Team Interplast

ALIMALI/SCHWERTE Schwerter Ärzte sind nach Indien geflogen, um mit ihren Teamkollegen von Interplast in einem Krankenhaus mitzuarbeiten. In Adimali stehen sie mehr als 13 Stunden täglich im Operationssaal.

von Von Oskar Neubauer

, 30.10.2009, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie ist eine von weit über 500 Patienten, die in den beiden letzten Oktoberwochen den Weg nach Adimali des indischen Distrikts Kerala gefunden haben, um das Team Interplast Germany Sektion Duisburg/Schwerte um Hilfe zu bitten. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, flächendeckende Verbrennungsnarben mit Gelenkkontrakturen, Hauttumore, Entstellungen der Gliedmaße bis hin zu Schädeldeformationen – hier gibt es heute am ersten Tag der Sprechstunde wenig, was die drei Operateure in ihrem Spezialgebiet, der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie nicht schon mal operiert haben.

Zum Team gehören auch Dr. Peter Huber, Chefarzt am Marienkrankenhaus und die in Schwerte praktizierenden Anästhesisten Ralf Wolski und Karol Kuhn. Für zwei Wochen werden sie hier unentgeltlich arbeiten. Dafür haben sie sogar ihren Urlaub eingesetzt. Als OP Schwestern sind Sabine Friedrich und Gaby Möller Bantzou mitgereist. Anästhesieschwester ist Susanne Hoppe Mika. Gracy und Sebastian Karthikapallil haben für den Schwerter Verein „Hilfe für Adimali“ den Einsatz koordiniert. Ajas Traum von einem makellosen Körper wird sich nicht erfüllen können. Ihre Beschwerden allerdings können deutlich gelindert werden. Die Angst vor dem Eingriff hat ihr Dr. Huber nicht nehmen können, allerdings steht sie verbindlich auf dem OP Plan. „Hier ist alles anders“, sagt Dr. Branko Sinikovic einer der Chirurgen und meint damit die Anästhesie, die es so bei uns seit 20 Jahren nicht mehr gibt. Doch sie funktioniert und beide Anästhesisten wissen damit umzugehen.

In zwei Behandlungsräumen wird ständig operiert. Bei über 30 Grad und einer extremen Luftfeuchtigkeit ist die Arbeit nur in dem klimatisierten Saal angenehm, der kleinere Saal macht die Marathoneingriffe zur besonderen Aufgabe. Zwischen den Operationen immer wieder Patienten mit außergewöhnlichen Missbildung. De Leiterin des Morningstar Hospitals, Schwester Divyah, braucht  die deutschen Ärzte für die speziellen OPs. Sie braucht auch die finanziellen Zuwendungen aus Schwerte vom Verein „Hilfe für Adimali“. Ohne die Schwerter Spenden wäre das Krankenhaus mit den vielen baulichen Veränderungen so nicht denkbar. Auch die angegliederte Krankenpflegeschule würde es nicht geben.

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