Bei Kämmerling gab es seit Wochen kein Training mehr. Michael Kämmerling sorgt sich um seine Mitarbeiter und seine Kunden. © Bernd Paulitschke
Coronavirus

Schwerter Fitnessstudios in der Krise: „Keine Neuanmeldung für den Januar“

Nach insgesamt sechs Schließungsmonaten geht es auch den Fitnessstudios richtig schlecht. Nicht nur die Trainer sehnen ein Ende des Lockdown herbei. Andere haben die Bewegung nötiger.

Was der Sommer für die Eis-Cafés, die Vorweihnachtszeit für den Einzelhandel und der Mai für die Cabrio-Verkäufer ist, ist der Januar für die Fitnessstudios. Eva Werner von Redfitness verrät: „Der Januar ist in den vergangenen Jahren stets der umsatzstärkste Monat gewesen.“

Und zwar aus dem klassischen, ja fast abgedroschenen Grund: Nach dem Weihnachtsfest und Jahreswechsel werden bei vielen die Hosen zu eng und die guten Vorsätze für das neue Jahr sind noch ganz jung. Kurz: Viele Menschen möchten etwas für ihre Gesundheit tun und Sport treiben, im Idealfall ein paar Pfunde loswerden.

Keine einzige Neuanmeldung im Januar

Deshalb trifft es die Fitnessstudios besonders hart, dass gerade der Januar für sie wegfällt. „Es gibt nicht eine einzige Neuanmeldung für den Januar“, berichtet Eva Werner.

Nach zwei Schließungen wegen der Lockdowns haben Neukunden ihrer Meinung nach wohl auch Angst vor einer Anmeldung, wenn es später wieder einen Lockdown geben könnte. „Bei der Regierung genießt Fitness und Sport in der Pandemie einen niedrigen Stellenwert“, meint Eva Werner.

Kosten, Kosten, Kosten

Natürlich geht es um Geld, um Fixkosten, die man bezahlen muss, ohne Einnahmen zu haben. Und Extra-Kosten. Michael Kämmerling vom Trainingszentrum Kämmerling hat kurz vor dem zweiten Lockdown für viel Geld Luftfilter angeschafft, um seine Kunden zu schützen.

Doch im Bereich Fitness geht es auch um praktische Probleme. So sind momentan 20 Mitarbeiter in Kurzarbeit. „Je länger der Lockdown dauert, desto mehr gehen die Arbeitsabläufe verloren“, befürchtet Michael Kämmerling. Mit Internet-Fortbildungen hat er seine Mitarbeiter auf dem Laufenden gehalten.

Das Immunsystem wird schwächer

Außerdem sorgt sich Michael Kämmerling um die Gesundheit seiner Kunden, die gerade keinen Sport machen können. „Der Zusammenhang zwischen einer trainierten Muskulatur und einem starken Immunsystem ist nachgewiesen“, erklärt der Fitness-Profi.

Und um alleine zu Hause zu trainieren, ist der innere Schweinehund bei vielen zu groß. Der Trainingsmangel tue dem Körper gar nicht gut. Außerdem senkt Sport den Blutzucker-Spiegel und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Und Fett wird ohne Sport auch nicht mehr verbrannt. Michael Kämmerling möchte seine Kunden so schnell wie möglich wiedersehen.

Wie so vieles hat sich der Sport zu großen Teilen ins Internet bewegt. Wie läuft das Training im Internet? „Die digitalen Trainingsmöglichkeiten werden auch halbwegs gut genutzt“, sagt Eva Werner. Meist genutzt von den Leuten, die auch regelmäßig ins Studio kommen. Andere, die seltener kommen, nutzen auch die digitalen Möglichkeiten kaum.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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