Schwerter Junge (8) in Lünen angefahren - Hochzeitsgäste stören die Retter

Unfall am Sonntagabend

Ein Junge (8) wird angefahren. Notarzt und Rettungskräfte kommen, können aber ihre Arbeit nicht machen, weil rund 100 Hochzeitsgäste sie stören. Im Mittelpunkt: ein Junge aus Schwerte.

Schwerte

08.07.2019, 16:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwerter Junge (8) in Lünen angefahren - Hochzeitsgäste stören die Retter

© Frank Bock

Zu dem Unfall kam es nach Angaben der Polizei am Sonntagabend gegen 22.20 Uhr im Süden von Lünen. An der Kreuzung Bebelstraße/Jägerstraße bog ein Auto rechts ab. Dahinter: ein Wagen, in dem ein 22-Jähriger aus Werne am Steuer saß.

Er zog links am Abbieger vorbei und sah zu spät, dass ein Junge auf der Straße kniete: der Achtjährige aus Schwerte.

Der 22-Jährige legte zwar eine Vollbremsung hin, konnte den Unfall aber nicht mehr verhindern. Der Junge wurde verletzt.

Hochzeitsgäste behindern die Arbeit der Rettungskräfte

Der Achtjährige gehörte offenbar zu einer Hochzeitsfeier und es kam zu großer Aufregung. Zumal eine Angehörige des Schwerter Jungen einen Schock erlitt.

Die Polizei schreibt dazu: „Bei der Erstversorgung der Verletzten kam es zu massiven Behinderungen durch Gäste. Umstellt von etwa 100 Teilnehmern der Feier waren die Rettungskräfte bemüht, die sichtlich unter Schock stehende Frau zu versorgen. Ebenfalls nicht nachvollziehbar: Gäste der Feier behinderten zudem den Rettungsdienst so massiv, dass auch die Versorgung des verletzten Kindes nicht sofort möglich war.“

Polizei muss einschreiten und Platzverweise aussprechen

Polizisten mussten die Hochzeitsgesellschaft „lautstark auffordern, den Unfallbereich zu räumen“, mussten „einzelne Personen abdrängen und Platzverweise aussprechen“. Erst danach hätte der Rettungsdienst die Frau und den verletzten Jungen ungestört weiter versorgen können.

Ein Rettungswagen brachte den Jungen in ein Krankenhaus. Die Kreuzung war fast eine Stunde lang gesperrt.

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