Schwerter möchten an schönen Daten heiraten

Welttag der Ehe

Den Bund fürs Leben schließen – ein Erlebnis, das jedem Paar in ganz besonderer Erinnerung bleibt. Susanne Degwer ist Standesbeamtin und hat schon so einige besondere Trauungen miterlebt.

Schwerte

, 11.02.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwerter möchten an schönen Daten heiraten

Der Bräutigam streift bei der Trauung seiner Braut den Ehering über den Finger. © Foto DPA

Einmal eine Prinzessin sein, ein Märchenwesen mit wallendem Schleier, in einem wunderschönen weißen Kleid mit Spitzen bis hin zu den Dessous. Perlen glitzern in dem hochgesteckten gewellten Haar. Und vor einem steht der eigene Traumprinz und beantwortet die Fragen aller Fragen mit „Ja. Ja ich will!“ – Achja, das ist DER Traum vieler Traum. Susanne Degwer erlebt dieses Szenario fast täglich mit. Sie ist seit 1991 Standesbeamtin und hat in Schwerte die meisten Ehen geschlossen. Zum Welttag der Ehe am Sonntag, 11. Februar, berichtet Degwer von ihrem Traumberuf: „Der Beruf ist sehr abwechslungsreich. Jeder denkt automatisch nur an Trauungen, wenn er das Wort Standesbeamtin hört. Das ist aber eher der zeitlich kleinere Teil unserer Arbeit.“ Dazu kämen noch viele andere Aufgaben, wie Beurkundungen, Beratungen und namensrechtliche Erklärungen.

Weniger Trauungen


Im Bereich der Trauungen habe sich in den vergangenen Jahren viel verändert: „Die Anzahl der Trauungen ist insgesamt deutlich zurück gegangen. Damals, in den 90ern, hatten wir auch mal acht Trauungen am Tag“, erinnert sich Susanne Degwer. Pressesprecher Alexander Nähle bestätigt diese Tendenz: Vor zwanzig Jahren waren es noch 314 Trauungen, 2017 lediglich 224. Mittlerweile sind statt acht auch nur noch vier Trauungen pro Tag möglich. „Das liegt unter anderem daran, dass wir mittlerweile persönliche individuelle Traureden anbieten, also für jedes Paar eine eigene Rede schreiben.

Das braucht natürlich mehr Zeit“, so Degwer. Auch allen sonstigen Extrawünschen versucht die dienstälteste Standesbeamtin nachzukommen: von einer Trauung in Jeans über Livemusik und Reden der Angehörigen bis zu einer kompletten Trauung in nur zwei Minuten.

Einmal hätten sich auch 80 Personen in das kleine Trauzimmer gequetscht, „dabei hat dann sogar noch der Männergesangsverein Ergste in diesem völlig überfüllten Zimmer gesungen, was mich damals wegen der schlechten Sauerstoffverhältnisse im Raum stark beeindruckt hat.“ Ein anderer besonderer Moment, der Degwer in Erinnerung geblieben ist: „als die Innenarchitektin, die das Trauzimmer gestaltet hat, in diesem ihre eigene Trauung hatte.“ Eine weitere wichtige Änderung ist natürlich auch die Ehe für alle. Bislang hätten sich allerdings noch keine homosexuellen Paare in Schwerte trauen lassen, dafür wurden bereits acht Lebenspartnerschaften umgewandelt.

Besondere Daten

Die beliebtesten Daten für die Trauungen im letzten Jahr waren nach Angabe von Alexander Nähle unter anderem der 7.7.17 mit sieben Paaren sowie der 17.7.17. mit vier Paaren. Dieses Jahr gilt der 8.8. als besonderes Datum.

Dafür konnten seit Donnerstag, 8. Februar Anmeldungen gemacht werden. „Eine Anmeldung ist heute schon erfolgt“, berichtete Nähle am Donnerstag. „Für die beliebten Termine ist es sonst jedoch häufig so, dass bereits vor Öffnungszeit mehrere Paare vor der Tür warten, um einen Termin zu bekommen. Das ist heute nicht passiert.“ Neben Susanne Degwer arbeiten noch vier weitere Standesbeamte in Schwerte und sorgen dafür, dass der Prinzessinnen-Kindheitstraum Realität werden kann.

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