Schwerter Psychotherapeuten sind völlig ausgebucht

Lange Wartezeiten

Ängste, Depressionen, Burnout: Immer mehr Menschen brauchen psychologische Hilfe. Doch die Psychotherapeuten der Ruhrstadt sind völlig ausgebucht: Betroffene müssen bis zu zwölf Monate auf Hilfe warten.

SCHWERTE

von Von Anne Petersohn

, 28.10.2011, 12:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Arbeitnehmer leiden unter Burnout oder Depressionen, in Bochum führten psychische Krankheiten wie diese vermehrt zum Tod.

Viele Arbeitnehmer leiden unter Burnout oder Depressionen, in Bochum führten psychische Krankheiten wie diese vermehrt zum Tod.

82 Psychotherapeuten gibt es im Kreis Unna. „Das ist, statistisch gesehen, sehr gut“, sagt der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Christoph Schneider. Laut Gesetzgeber liege die ideale Versorgung für die rund 412.000 Einwohner des Kreises bei lediglich 48 Therapeuten. „Die empfundene Realität in den Praxen sieht oft anders aus“, räumt Schneider ein. Auch Christine Pletzer muss immer wieder Patienten abweisen. „Die meisten brauchen sieben oder acht Telefonate, um nur einen Termin für ein Vorgespräch zu bekommen“, so die Erfahrung der psychologischen Psychotherapeutin.

In den vergangenen zwei Jahren habe die Nachfrage nach psychologischer Hilfe deutlich zugenommen. Ein Grund sei die gestiegene Belastung, der Arbeitnehmer ausgesetzt seien. „Die Intensität von Arbeit ist eine andere geworden.“ Die Betreuungslage könnte sich sogar noch verschlimmern. Denn mit dem Versorgungsstrukturgesetz, das im kommenden Jahr in Kraft treten soll, wird der Bedarf an Ärzten in den Regionen neu berechnet. Viele Psychotherapeuten fürchten, dass dann weitere Praxissitze abgebaut werden.

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