Schwerter Ratssaal bleibt gesperrt – so teuer wird die Sanierung des Sitzungszimmers

mlzRenovierungsarbeiten im Rathaus

Um die Sanierung des Rathauses weiter voranzubringen, soll der Rat der Stadt Schwerte nun weitere Mittel freigeben. Danach soll der festliche Saal auch anderweitig genutzt werden können.

von Maximilian Stascheit

Schwerte

, 10.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gute Nachricht vorab: Das Dach des Rathauses ist mittlerweile dicht. Nach einer Reparatur 2018 und einer Nachbesserung im Frühjahr 2019, die nach starken Regenfällen erforderlich wurden, sind alle Schäden des Daches wieder beseitigt. Ein Statiker, der mit stichprobenhaften Kontrollen beauftragt war, hat der Stadt Schwerte bescheinigt: Das Dach hat wieder volle Tragfähigkeit.

Weitere Renovierungsmaßnahem sollen durchgeführt werden

Eigentlich könnte der Saal nun also wieder genutzt werden und die Ratsmitglieder könnten für ihre Sitzungen von der Aula des Friedrich-Bährens-Gymnasiums wieder zurück in das Verwaltungsgebäude ziehen.

Allerdings schlagen die Amtsmitarbeiter vor, zunächst weitere Renovierungsarbeiten im Ratssaal durchzuführen, um den Raum anschließend ohne Provisorien in vollem Umfang nutzen zu können.

Dazu soll der Rat nun weitere 325.000 Euro freigeben, die in der Haushaltssatzung 2019 für die Investitionsmaßnahme „Sanierung Rathaus I“ mit einem Sperrvermerk versehen wurden. Wie aus der Sitzungsvorlage aus dem Amt für Immobilienmanagement hervorgeht, sollen diese neben der Sanierung des Ratssaals (220.000 Euro) auch für die Fortführung der Grundlagenermittlung (105.000 Euro) der kompletten Maßnahme verwendet werden. Für diese kalkuliert man mit rund elf Millionen Euro.

Holzvertäfelung und Beleuchtung kosten viel Geld

Bei den Renovierungsmaßnahmen des Ratssaals schlägt die von einer Fachfirma durchzuführenden Sanierung der Holzvertäfelung mit 70.000 Euro am stärksten zu Buche. Dazu kommt die Behebung der Risse in der Decke sowie deren Neuanstrich, für die rund 35.000 Euro eingeplant werden.

Außerdem soll in diesem Zuge auch die Beleuchtung erneuert werden, um dafür später nicht erneut ein Gerüst aufstellen zu müssen. Dafür möchte die Verwaltung auf zentral abgehangene und dimmbare Lichter setzen. Für die Erneuerung der Beleuchtung sowie die Anbringung der notwendigen Konstruktionen im Dachraum sind weitere 50.000 Euro notwendig.

Kosten für Gutachten liegen im sechsstelligen Bereich

Darüber hinaus sind in der Beschlussvorlage 40.000 Euro für die Erneuerung der Stromleitungen sowie der Verkabelung der Lautsprecher, 5000 Euro für die Instandsetzung und Überarbeitung der Fenster, 1000 Euro für die Versiegelung des Bodens sowie 19.000 Euro für Unvorhergesehenes eingeplant.

Die weiteren 105.000 Euro fließen in die Weiterführung der Gutachten und der Fachplanung für die umfassende Gebäudesanierung. Im Detail splittert sich die sechsteilige Summe in die Planungen für den Brandschutz (25.000 Euro), Gutachten für Baustoffe (30.000 Euro) und Schadstoffe (15.000 Euro), Baugrunduntersuchungen (5000 Euro) sowie weitere, nicht näher benannte Untersuchungen (30.000) auf.

Rathaussaal soll künftig auch für Trauungen genutzt werden

Lohnen sollen sich die Maßnahmen im Ratssaal in doppelter Hinsicht: Dort sollen demnächst nicht nur Rats- und Ausschusssitzungen stattfinden. Der Raum soll auch für Trauungen genutzt werden können, „da zum einen das Ambiente sehr festlich ist und der Ratssaal zum anderen auch für größere Gästezahlen geeignet ist“, wie es in der Sachdarstellung heißt.

Hierbei verweist die Verwaltung auch bereits darauf, dass man für diese sogenannten „Ambientetrauungen“ auch höhere Gebühren verlangen könne.

Diskutiert werden die Themen von den zuständigen Politikern in den öffentlichen Sitzungen des Ausschusses für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt am Dienstag, 17. September sowie des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen am Donnerstag, 19. September. Den Beschluss fasst schließlich am Mittwoch, 25. September der Rat.

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