Schwerter Reisebüro-Inhaber: So schön wie früher ist der Urlaub nicht

mlzReisebüros

Auch wenn sich die Lage langsam entspannt, ist der Tourismus von Corona besonders betroffen. Ein Schwerter Reisebüro-Inhaber klagt über fehlende Unterstützung und wagt einen Ausblick.

Schwerte

, 20.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Reisebüros waren seit Beginn des Lockdowns im März vor allem damit beschäftigt bereits gebuchte Reisen für ihre Kunden zu stornieren – Einnahmen gab es kaum. Nun werden die Reisebeschränkungen langsam wieder gelockert – Urlaube sind teilweise wieder möglich. Ein Betrieb wie vor der Corona-Pandemie ist in Reisebüros in naher Zukunft wohl trotzdem nicht möglich.

Kaum Einnahmen seit März

„Seit März konnten wir kaum Einnahmen verzeichnen, da nichts buchbar war“, berichtet Sebastian Hosbach, Inhaber des Globus-Reisebüros in Schwerte. „Auch wenn einige Sperren aufgehoben werden, kann man nicht absehen, wann und wie vieles gebucht werden kann.“

Jetzt lesen

In den letzten Monaten waren Hosbach und seine Mitarbeiter fast ausschließlich mit Stornierungen für ihre Kunden beschäftigt - also Kundenservice ohne Einnahmen. Oft gestaltet sich die Kommunikation mit den Reiseveranstaltern dabei kompliziert.

„Manche Veranstalter sind telefonisch einfach nicht erreichbar“, so Hosbach. „Auch per Mail müssen wir bis zu einem Monat auf eine Antwort warten.“

Für die Kunden könne das zu langen Wartezeiten für eine Rückerstattung führen. Dennoch reagierten seine Kunden verständnisvoll. Über Wasser halten konnte sich das Globus-Reisebüro in den Krisenzeiten fast ausschließlich mit eigenen finanziellen Polstern. Weder vom Staat noch vom Geschäftspartner TUI sei dabei Unterstützung gekommen.

Die Situation entspannt sich langsam

Durch die Lockerungen der Reisesperren scheint die Situation sich für Sebastian Hosbach und seine Mitarbeiter langsam zu entspannen. „Momentan haben wir täglich zwei bis drei Buchungen“, berichtet Hosbach. „Das ist im Vergleich zu vor der Krise nicht viel, aber besser als nichts.“

Dass Urlaub wieder so unkompliziert gestaltet werden kann wie vor Corona, schließt Hosbach für die nahe Zukunft aus. Trotz der Lockerungen könne man nicht sicher sein, ob und wie der für die nächsten Monate gebuchte Urlaub stattfindet.

Jetzt lesen

Informationen seien bei Veranstaltern und Hotels schwer einzuholen, weil niemand genau Bescheid wisse. „Jeden Tag erhalten wir etliche Mails über Öffnungen und Schließungen von Hotels“, so Hosbach. „Das ändert sich teilweise so schnell, dass man den Überblick verliert.

Die Branche sei kreativ genug

Für die Zukunft des Tourismus wagt der Inhaber des Globus-Reisebüros eine vage Einschätzung. Er könne sich nicht vorstellen, dass der gesamte Tourismus bei Einbruch einer zweiten Welle noch einmal so lahmgelegt werde wie vor wenigen Monaten. Die Tourismusbranche sei kreativ genug, um vernünftige Konzepte für Urlauber zu erstellen.

Dennoch werden Schutzmasken und Abstände die Urlauber wohl noch länger begleiten. „Ich mache mir keine großen Sorgen, da die Leute immer in den Urlaub fahren wollen. So gut wie früher wird es in der nächsten Zeit aber wohl nicht.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt