Schwerter Schützen fordern Polizeipräsenz bei Umzügen - Jetzt spricht der Landrat

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Erst hieß es bei der Polizei: Für die Umzüge in Schwerte gibt es nicht mehr genug Personal. Dann schaltete sich ein bekannter Wissenschaftler ein. Nun gab es ein klärendes Gespräch.

Schwerte

, 11.07.2019, 13:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zunächst war da die Ernüchterung für die Schwerter Schützenvereine und ihre Mitglieder: Die Polizei des Kreises Unna wollte nicht mehr bei den Umzügen vor Ort dabei sein, den Verkehr beobachten, den Schützen Geleit über die Straße geben. Es gäbe nicht mehr genügend Personal, hieß es dazu im April.

Das wurde den Schützen auch von Bürgermeister Dimitrios Axourgos übermittelt. Die Vereine sollten die Absicherung der Straße stattdessen selbst in die Hand nehmen, erforderliche Materialien, wie Schilder und Pylonen, könne man sich dafür auch bei der Polizei ausleihen.

Bekannter Kriminologe schaltete sich ein

Dann schaltete sich Thomas Feltes ein, Schwerter Bürger und Professor für Kriminalistik an der Bochumer Ruhr-Universität. In seinem Brief an den für die Polizei des Kreises Unna verantwortlichen Landrat Michael Makiolla appellierte Feltes an die Bürgernähe der Polizei.

Denn wenn diese bei öffentlichen Veranstaltungen präsent sei, würde nicht nur erwiesenermaßen die Kriminalität sinken, und die Aufklärungsquote von Straftaten sei erhöht. „Die Polizei ist nach ganz herrschender Meinung originär zuständig für die Verkehrsüberwachung und hierbei insbesondere für die Verhinderung von Verkehrsunfällen bzw. die Minimierung von Unfallfolgen“, so Feltes dazu in seinem Brief im April.

Austausch mit Landrat hat nun stattgefunden

Eine Antwort auf sein Schreiben hat Thomas Feltes vom Landrat mittlerweile bekommen, heißt es am Mittwoch von der Polizeipressestelle des Kreises Unna. Zum Inhalt wollte man aber nichts weiter sagen.

Und auch im Austausch mit den Schützen gab es Bewegung:

Sie teilten am Dienstag mit, man habe sich in der Gesamtheit aller Schwerter Schützenvereine mit Landrat Makiolla und weiteren Polizeiverantwortlichen getroffen, das Gespräch habe zu einem einvernehmlichen Ergebnis geführt. Zwar sei der Forderung der Schützen nach maximaler Polizeipräsenz bei der Planung und Durchführung der Umzüge nicht entsprochen worden, die örtliche Polizei zeigte sich aber bereit „in aller Regel als Kooperationspartner für den jeweils verantwortlichen Schützenverein zur Verfügung“ zu stehen.

Örtliche Polizei weiterhin in Planung und Durchführung involviert

Heißt: Die örtliche Polizei ist bei den Umzügen wieder präsent. Günter Schmidt, 1. Geschäftsführer des BSV Schwerterheide, sagte dazu, die Ordnungshüter werden mit einem Beamten vor Ort zugegen sein. Im Austausch mit den Schützenvereinen, der städtischen Baubehörde und dem Ordnungsamt, werde die Polizei zudem weiterhin in die Planung der Veranstaltungen involviert sein, heißt es in der Pressemitteilung der Schützenvereine vom Dienstag.

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