Schwerter SPD: Solidarität mit bespitzeltem Türken

Engin Izgi

Engin Izgi ist Werbeunternehmer, Schwerter und Mitglied der SPD. Bekannt wurde er aber in jüngster Vergangenheit, weil er als Kritiker des türkischen Staatspräsidenten Erdogan auf einer Liste auftauchte - mit 300 in Deutschland ausgespähten vermeintlichen türkischen Staatsfeinden.

SCHWERTE

, 26.04.2017, 18:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwerter SPD: Solidarität mit bespitzeltem Türken

PK der SPD zur Bespitzelung türkischer Mitbürger

Die SPD stellte sich am Mittwoch noch einmal öffentlich hinter ihren Genossen. Bei einer Pressekonferenz stellten die Fraktionsvorsitzende Angelika Schröder, stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Meise und die stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbandes, Sigrid Reihs, eine Solidaritätserklärung mit Engin Izgi vor, die auch vom Landtagstagsabgeordneten Hartmut Ganzke und vom Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek unterzeichnet wurde.

Izgi habe an der Politik der türkischen Regierungspartei AKP Dinge kritisiert, die seiner Meinung nach nicht mit demokratischen Grundrechten zu vereinbaren sind, so die SPD in ihrer Resolution. Dass er dadurch Opfer von Spionageaktivitäten geworden sei, sei ein Skandal.

Keine kritische Haltung gegenüber türkischstämmiger Migranten

Doch auch wenn die Sozialdemokraten deutliche Worte in Richtung der türkischen Regierung schicken, betonen sie, dass dies keine kritische Haltung gegenüber türkischstämmigen Migranten sei. „Die Schwerter SPD steht für ein tolerantes, weltoffenes Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Religionen in unserer Stadt“, so die Resolution.

Und das bedeute auch, dass man eben kein Klima von Angst und Misstrauen haben wolle. „Deshalb können wir nicht alles akzeptieren, was da passiert“, so Sigrid Reihs.

Erschreckend wenig Unterstützung aus eigener Community

Und warum jetzt eine Resolution? „Uns ist es wichtig, das Thema hochzuhalten“, so Angelika Schröder. Es gehe nicht an, dass hier eine Auseinandersetzung geführt werde, die nicht hier ihren Ort habe.

Die Solidarität der SPD mit ihrem Genossen sei auch deshalb wichtig, weil es erschreckend wenig Unterstützung für Izgi aus der eigenen Community gebe, so Ursula Meise.

Werbeunternehmer möchte Ärger aus dem Weg gehen 

Das ist leicht erklärlich, denn ein sehr großer Teil der türkischstämmigen Schwerter seien Anhänger des Ministerpräsidenten Erdogan, schätzt Engin Izgi. In die Moschee gehe er bereits seit einem Jahr nicht mehr, um Ärger aus dem Weg zu gehen.

Denn dort sei man sehr patriotisch. Er persönlich finde, dass zum Beispiel eine türkische Flagge genau wie andere nationale Embleme vor einem Gotteshaus nichts zu suchen hätten.

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