Ursula Dören (v.l.) , Angelika de Matteis und Anke Skupin vom Verein für Solidarische Landwirtschaft Eigenkraut vor ihrem Feld in Hennen. © Heiko Mühlbauer
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Schwerter Verein will Gemüse auf eigenem Acker anbauen und sich die Ernte teilen

Frisches, regionales, saisonales Gemüse – direkt vom Feld: Die SoLaWi Eigenkraut in Schwerte setzt sich das zum Ziel. Mit ihrem eigenen Acker. Sie suchen weitere Mitglieder.

Ein Hektar Ackerland, gelegen am Ruhrradweg zwischen Schwerte und Hennen. Am unteren Ende ein Waldstück, aus dem ein paar Rehe herausspähen, am oberen Ende ein Blühstreifen, in dem die Bienen summen. An diesem idyllischen Ort, mit Blick über das Ruhrtal wird in den kommenden Monaten die SoLaWi Eigenkraut Schwerte entstehen.

Solidarische Landwirtschaft in Schwerte

„SoLaWi“, das steht für Solidarische Landwirtschaft. Das bedeutet ein sozialverträglicher Anbau mit Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, bei dem sowohl Erfolge als auch Risiken von der Gemeinschaft getragen werden.

Das Format möchte so eine persönliche Bindung zu den Erzeugern unserer Lebensmittel schaffen. Auch die nicht-industrielle, marktunabhängige und lokale Produktion sind dem Projekt wichtig.

Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft umfasste im Herbst 2020 bereits 167 SoLaWi-Höfe in ganz Deutschland und weitere 87 SoLaWis, die dabei waren, sich neu zu gründen. Mit dem Schwerter Verein SoLaWi Eigenkraut wächst das Netzwerk nun weiter.

Angefixt wurden die Initiatorinnen durch den Besuch der SoLaWi in Selm-Bork, während eines Fortbildungsformats von „Schwerte zusammen“. Schnell fanden sich sieben begeisterte Schwerterinnen und Schwerte, um ein ähnliches Projekt in Schwerte zu realisieren.

Ermöglicht wird dies durch die Kooperation mit zwei lokalen Landwirten. Für das Feld zuständig sein wird ein festangestellter Gärtner, der seine Ausbildung auf einem Bio-Hof gemacht hat. Wahrscheinlich wird eine weitere halbe Stelle vergeben werden.

Gruppe wächst schnell

Zwar ist die Gruppe noch in ihren Anfängen, dennoch gibt es bereits etwa 70 Mitglieder, davon sind circa 40 sogenannte Ernteteiler und -teilerinnen, erzählt Initiatorin und Vorstandsmitglied Anke Skupin begeistert. Diese erhalten, so der Plan, einmal wöchentlich einen Teil der Ernte.

Auf diesem Feld in Hennen will der Verein künftig Gemüse anbauen.
Auf diesem Feld in Hennen will der Verein künftig Gemüse anbauen. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

Es werden weiterhin Ernteteilende gesucht, insgesamt sollen es zwischen 80 und 90 Personen sein. Es ist auch möglich, sich den Ernteanteil mit anderen Mitgliedern zu teilen. Natürlich variiert die Menge des Gemüses je nach Saison, denn die Ernte fällt in Sommer und Herbst größer aus, als in Winter und Frühjahr.

Ökologische Nachhaltigkeit ebenso wichtig wie Solidarität

Das ist schließlich ein weiterer Teil der Philosophie des Vereins: Der Anbau soll ökologisch verantwortungsvoll und nachhaltig sein. Zwar wird aktuell kein Bio-Zertifikat angestrebt, da die Hürden für dieses zu hoch seien. Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht trotzdem nach den Prinzipien ökologischer Landwirtschaft gehandelt werde, und man deren Maßstäben bestmöglich gerecht werden will.

Ein weiterer Teil der Idee sei es außerdem, eine Gemeinschaft zu schaffen. Das Feld wird zwar nicht von den Mitgliedern selbst bewirtschaftet, es sind jedoch Projekte angedacht. Wer beispielsweise mal beim Bau eines Zaunes, beim Unkrautjäten oder beim Ernten helfen möchte, ist stets willkommen.

Geplant ist, bereits ab dem Frühjahr 2022 ernten zu können. Bis zu 40 verschiedene Gemüsesorten sollen über das Jahr verteilt auf den Parzellen des Feldes wachsen.

Der Jahresbetrag im Verein SoLaWi Eigenkraut beläuft sich im Jahr auf etwa 30 Euro, dabei gilt: Jeder zahlt, was er oder sie kann. Gleiches gilt auch für die Beiträge der Ernteteilenden, die im ersten Jahr pro Monat etwa 80 Euro betragen werden.

Weitere Informationen sowie Mitgliedsanträge finden Interessierte unter www.solawi-eigenkraut.de.

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