Schwerterin wird im Urlaub tasmanische Meisterin

Motorradtrial

Motorradtrial-Fahrerin Ina Wilde aus Schwerte-Wandhofen hat ihre Titelsammlung um einen nicht gerade alltäglichen Triumph erweitert. Sie darf sich mit dem Gütesiegel „Tasmanische Meisterin“ schmücken. Wirklich geplant war der Titel nicht, Wilde kam eher zufällig zur außergewöhnlichen Meisterschaft. Im Urlaub.

SCHWERTE

, 02.04.2016, 11:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dass Ina Wilde eine herausragende Motorradtrial-Fahrerin ist, weiß man nun auch im fernen Tasmanien.

Dass Ina Wilde eine herausragende Motorradtrial-Fahrerin ist, weiß man nun auch im fernen Tasmanien.

Die Teilnahme an den Titelkämpfen auf der australischen Insel waren der letzte Höhepunkte eines ereignisreichen halben Jahres der 26-Jährigen. Als Urlauberin tingelte Wilde zwischen Neuseeland, Fidschi, Australien und zuletzt eben Tasmanien. Dort nutzte die Nationalmannschaftsfahrerin die Gunst der Stunde und stellte ihre Klasse auch ohne eine gezielte Vorbereitung unter Beweis. „Cool, dass es geklappt hat, die Meisterschaft dort mitfahren zu dürfen“, freute sich Wilde. Zustande gekommen war der Wettkampf eher zufällig. Mit einem geliehenen Motorrad fuhr Wilde zum Sieg – nun kennt man auch im fernen Tasmanien ihre fahrerischen Qualitäten.

Zurück in die Heimat

Am Tag danach ging´s zurück in die Heimat – ein halbjähriges Abenteuer mit einem Koffer voller intensiver Erlebnisse ist zu Ende. Doch die Beine hoch legte sie daheim in Wandhofen nicht – im Gegenteil. „Einmal hab´ ich dann doch zuhause geschlafen“, sagt Wilde lachend. Dann ging es für eine Woche zum Skifahren. Und kaum hatte sie die Bretter abgeschnallt, brach sie Anfang dieser Woche mit ein paar Freunden und dem Motorrad zum Trial-Training nach Frankreich auf. „Um wieder reinzukommen“, erklärt die amtierende Deutsche Vizemeisterin.

Denn ohne ihren geliebten Sport wird es auch in Zukunft nicht gehen – auch wenn der bevorstehende Start ins Berufsleben dafür sorgen dürfte, dass die Wandhofenerin in sportlicher Hinsicht etwas kürzer treten wird. „Man wird sehen, so ganz genau kann ich das noch nicht abschätzen“, sagt Wilde.

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Motorrad-Trial: Ina Wilde erklärt ihr Sportgerät

Vor elf Jahren bekam Ina Wilde ihr erstes Trial-Rad. Mittlerweile gehört die 24-jährige Wandhofenerin zu den besten ihrer Zunft. Uns hat die amtierende Europameisterin ihr Arbeitsgerät erklärt.
20.09.2014
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Ina Wilde und ihr Trialbike. Das Motorrad hat keinen Sattel, weil die Sportler während ihrer Läufe sowieso nur stehend auf dem Motorrad unterwegs sind.© Foto: Leon Weiß
Der Reifen: Er hat beim Motor-Trial ein spezielles Profil und verfügt über
besonders wenig Luftdruck. Aus gutem Grund: Er ist ständig stark belastet und
teilweise einziger Berührungspunkt auf dem Boden. Weniger Luft - mehr Grip.© Foto: Leon Weiß
Die Gabel: Was aussieht wie schwarze Rohre, die den Lenker halten, ist
die Gabel. Sie fungiert als kleine Schaltzentrale. Hier...© Foto: Leon Weiß
...stellt Wilde an den Schrauben sämtliche Funktionen richtig ein. "Zum Federn, die Zug- und Druckstufe. Speziell nach Gewicht und Fahrstil", erklärt sie.© Foto: Leon Weiß
Die Stoßdämpfer: Die steilen Sektionen und der teils harte und unebene
Untergrund erfordern eine riesige Leistung des Materials beim Abfedern. Dafür sind die Stoßdämpfer da. Sie befinden sich geschützt im Zentrum des Trial-Motorrads.© Foto: Leon Weiß
Gas und Vorderbremse: Das Wichtigste befindet sich ständig in besten
Händen. Gas und Bremse, rechts vom Lenker. Die Vorderbremse hat dabei ein wenig mehr Wirkung als die hintere.© Foto: Leon Weiß
Die Hinterbremse: Die Hinterbremse bedient Ina Wilde mit ihrem rechten Fuß.
Das Zusammenspiel zwischen Gas, Kupplung und Bremse erfordert eine ausgeprägte Koordination. © Foto: Leon Weiß
Kupplung und Not-Aus: Die Kupplung bedient Wilde mit der linken Hand. Um
deren Handgelenk ist immer eine Schlaufe gewickelt, die mit dem "Not-Aus" verbunden ist. Fällt Wilde hin, löst sich die Verbindung - und das Motorrad ist auf der Stelle ausgeschaltet. Das Trial-Rad verfügt über sechs Gänge.© Foto: Leon Weiß
Startnummer und Glücksbringer: Vor jedem Rennen bekommt Wilde eine
Startnummer. Die wird schon mal kreativ aufgewertet. Bei den deutschen Meisterschaften fand sie die bloße Nummer zu langweilig - und schnitt ein Herz daraus.© Foto: Leon Weiß
Helm und Headset: Nicht selten stürzen die Trialfahrer bei den schwierigen
Sektionen. Deshalb ist ein Helm natürlich Pflicht. Involviert ist ein Headset. Somit steht Wilde immer mit ihrem "Minder", dem Begleiter, in Verbindung, der ihr Tipps und Ratschläge direkt übermitteln kann.© Foto: Leon Weiß
Das Trial-Bike im Ganzen: Nichts für den Ausflug zum Picknick am Sonntag sondern ein reines Sportgerät.© Foto: Leon Weiß
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Den ersten Weltmeisterschaftslauf der neuen Saison wird sie aber definitiv nicht mitfahren. Dieser findet im Mai in England statt – und da beginnt die angehende Lehrerin gerade ihr Referendariat. Dieses führt Ina Wilde nach fünf Jahren Münster, wo sie ihr Lehramtsstudium in Biologie und Pädagogik abgeschlossen hat, zurück in die Heimatstadt. Denn das Friedrich-Bährens-Gymnasium ist die Schule, an der sie in ein paar Wochen ihren neuen Job beginnen wird – ein neuer Abschnitt im aufregenden Leben der Ina Wilde.

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