Schwerterinnen auf der großen Leinwand zu sehen

Film über Anne Frank

Sie werden bald in ganz Deutschland zu sehen sein. Besser gesagt: auf den deutschen Kinoleinwänden. Die Schwerter Gesamtschülerinnen Ann-Christin Luge und Melina Holl spielen Nebenrollen im Anne-Frank-Film, der im Winter Premiere feiert. Eine Geschichte in drei Szenen.

SCHWERTE

, 29.08.2015, 09:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwerterinnen auf der großen Leinwand zu sehen

Die schwerter Gesamtschülerinnen Ann-Christin Luge (7a) und Melina Holl (8b) haben bei einem Kinofilm über Anne Frank Nebenrollen gespielt. Für den Dreh reisten sie nach Köln und Norderney.

Szene 1: Der Anfang

Schauspiel gehört einfach dazu. „Ich habe es schon immer geliebt“, sagt Ann-Christin. Sie stand schon im Kindergarten auf der damals noch kleinen Bühne, heute ist sie zusammen mit Melina Mitglied der Musical-AG der Gesamtschule Schwerte. In diesem Jahr ging es für beide aber ins große Studio.

Ann-Christins Klasse spielte im Februar Statistenrollen in einem TV-Film mit Jürgen Vogel. „Da wurde ich angesprochen, ob ich zum Casting für einen Anne-Frank-Film kommen möchte“, sagt Ann-Christin. Zum gleichen Casting in Köln ging dann auch Melina, die von ihrer Lehrerin ermutigt wurde. Das Ergebnis: Beide haben eine Rolle bekommen.

In der deutschen Kinoproduktion „Das Tagebuch der Anne Frank“ spielen die beiden Schwerterinnen in mehreren Szenen jüdische Freundinnen des weltberühmten Mädchens, das viel zu jung durch die Hände der Nazis gestorben ist.

Szene 2: Auf der Insel

Ein halbes Dutzend Leute, kümmert sich nur um Ann-Christin und Melina. Dazu Kameras, Catering, Zelte, Maske, Garderobe, zig Beteiligte von Kabelträger bis Regisseur. Das ist Alltag am Filmset. „Ich war schon nervös“, sagt Ann-Christin. Doch sowohl die Siebtklässlerin als auch Melina, die eine Stufe weiter ist, haben sich schnell an den Trubel gewöhnen können.

Einen Tag lang haben die beiden im Kölner Studio gedreht, an der Seite von Martina Gedeck und Ulrich Noethen. Das war im März. Kurz vor den Sommerferien ging es dann drei Tage nach Norderney. Dafür wurden die beiden vom Unterricht freigestellt. „Das dient der Persönlichkeitsentwicklung, also haben wir die Erlaubnis erteilt“, sagt Gesamtschulleiter Jürgen Priggemeier.

Es scheint sich gelohnt zu haben. Ann-Christin und Melina sind bodenständig, wollen jetzt nicht alles auf die Karte Schauspiel setzen. „Nebenbei will ich aber auch später schauspielern, klar“, sagt Melina. Auch Ann-Christin will ihren Auftritt auf der Leinwand nicht überbewerten und bleibt nüchtern: „90 Prozent aller Schauspieler brauchen einen Nebenberuf“, sagt sie.

Trotzdem: Vor allem die drei Tage auf der Nordsee-Insel waren für die Nachwuchs-Schauspielerinnen eine einmalige Erfahrung – und zumindest temperaturmäßig ein Kontrast zum Dreh im Kölner Studio, wo die Scheinwerfer für Hitze sorgten. „Auf Norderney haben wir schon ein bisschen gefroren“, sagt Melina mit einem Lachen. Denn für eine Szene mussten sie ins kalte Meer laufen, stilecht in Badeanzügen aus Baumwolle, so wie vor rund 80 Jahren üblich. Doch die Crew kümmerte sich schnell um die Mädchen, versorgte sie mit Handtüchern und Bademänteln.

Das Fazit fällt durchweg positiv aus, verrät Melina: „Es war super, sowas habe ich noch nie erlebt. Alle waren nett.“ Da störte es auch nicht, dass die eine oder andere Szene immer und immer wieder gedreht werden musste. „Es war ein tolles Erlebnis, zu sehen, wie es am Set abläuft und hinter die Kulissen zu blicken.“ Und Unterstützung bekamen die beiden auch: Eltern und Geschwister waren als Statisten mit am Set.

Szene 3: Zeitreise

Von Anne Frank habe sie vor dem Dreh schon gehört, sie wusste auch etwas über ihre Geschichte, sagt Ann-Christin. Das Tagebuch hat sie dann von ihrer Mutter geschenkt bekommen, als klar war, dass es mit der Rolle klappt. Auch Melina las vor dem Dreh die Einträge der Anne Frank. „Es war schon ein komisches Gefühl. Man musste erst verstehen, dass es früher wirklich so war“, sagt Melina. Für eine Szene mussten sie sich – mit dem Davidstern auf der Brust – auf offener Straße beleidigen lassen.

Diese Zeitreise haben sie überstanden, die Tage vor der Kamera gemeistert. Und im Winter wird sich ganz Deutschland davon überzeugen können.

Hintergrund: Wer war Anne Frank?
Anne Frank war ein jüdisches Mädchen. Während des Zweiten Weltkriegs floh sie mit ihrer Familie in die Niederlande, um der Verfolgung der Nationalsozialisten zu entgehen. Seit 1942 lebte sie in einem versteckten Hinterhaus in Amsterdam, bis sie 1945 dem Holocaust zum Opfer fiel. In ihrem Tagebuch beschreibt sie das Leben in ihrem Versteck. Weitere Infos zu Anne Frank gibt es bei .

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