Sechs Charaktere prallen in der Senioren-WG der Volksbühne aufeinander

Volksbühne Ergste

Eine WG mit sechs Senioren und Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das gibt Chaos. Die Volksbühne Ergste sorgte mit ihrer „Senioren-WG“ für viel Spaß.

von Lea Fuchs

Ergste

, 24.03.2019, 13:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sechs Charaktere prallen in der Senioren-WG der Volksbühne aufeinander

Britta Jentsch übernimmt gleich mehrere Rollen, hier als Pizza-Botin. © Bernd Paulitschke

Die Turnhalle der ehemaligen evangelischen Grundschule Ergste steht voll mit langen Tischen. Alle Stühle sind belegt. 248 Zuschauer besuchten am Samstag die Premiere des neuen Stücks der Volksbühne Ergste. In diesem Frühjahr präsentierte sie die Komödie „Die Senioren-WG“ in drei Akten von Mike Kinzie.

Die Spielleitung übernahmen Werner Frank und Werner Jentsch.

Charaktere prallen aufeinanander

„Die Senioren-WG“ hat sechs Bewohner. Ihre Charaktere sind so verschieden, dass es öfters zu Auseinandersetzungen kommt. So stört Josef „Sepp“ Matschowski (Reinhard Jentsch) alle durch sein zu lautes Fußball gucken, Geraldine Klöppel (Elvira Stirnberg) versucht unentwegt die Herren der WG zu verführen und Margot von Kranskow (Theresia Nagora) macht alle mit ihrer hochnäsigen Art runter. Und während Engelbert Rademacher (Dietmar Regener) nur versucht, Frieden zu stiften, fühlt sich Heidrun Schmalz (Manuela Wrobel) alleine und nicht gemocht. Und zu allem Überfluss ist da noch Hans-Jürgen Bausewein (Heiko Schulz), der immer mit seinen Frauengeschichten angibt.

Sechs Charaktere prallen in der Senioren-WG der Volksbühne aufeinander

Geraldine Klöppel (Elvira Stirnberg), Margot von Kranskow (Theresia Nagora) und Heidrun Schmalz (Manuela Wrobel) sind selten beste Freundinnen. © Bernd Paulitschke

Die meisten Streitpunkte gibt es allerdings zwischen Geraldine und Margot. Die beiden wollen sich einfach nicht vertragen. Außerdem verletzt Margot alle mit ihrer herablassenden Art, woraufhin Sepp ihr mal so richtig die Meinung geigt und damit die Augen öffnet. Wo sich dann aber alle einig sind, ist, dass Monika (Britta Jentsch), die immer als anderer Charakter auftritt, mehr als komisch ist. So tritt sie während des Stücks unter anderem als Pizza-Lieferantin, Floristin, Masseurin, Kosmetikerin, Postbotin und Hochzeitsplanerin auf und sorgt mit ihrer Art immer für Gelächter. „Ich mag ihre schroffe Art. Sie ist sehr lustig“, findet Christiane Ufer.

Viele Überraschungen im 3. Akt

Der 3. Akt wurde am meisten bearbeitet und verändert. „Der 3. Akt ist im Original sehr langweilig, sodass wir viel raus gestrichen und ein paar Gags eingebaut haben“, erzählt Werner Frank. Der 3. Akt hielt dadurch dann so einige Überraschungen bereit. Unter anderem findet Heidrun raus, dass Hans-Jürgen noch Jungfrau ist und gesteht ihm, dass sie Gefühle für ihn hat. Margot entschuldigt sich bei Engelbert für ihre unnahbare Art und die beiden finden zusammen. Da Geraldine die ganze Verliebtheit nicht aushält, entscheidet sie sich dazu, die WG zu verlassen. Nun bleibt nur noch Single Sepp, der das ganze Stück über kein Interesse an einer der Frauen zeigte und den Geraldine zwischendurch auch für schwul hielt.

Sechs Charaktere prallen in der Senioren-WG der Volksbühne aufeinander

Josef „Sepp“ Matschowski (Reinhard Jentsch), Engelbert Rademacher (Dietmar Regener) und Hans-Jürgen Bausewein (Heiko Schulz) leben mit drei Frauen in einer WG. © Bernd Paulitschke

Kurz vor Ende betritt allerdings eine Frau (Monika Strassner) die Bühne und zieht Sepp mit den Worten: „Da bist du ja!“ eine Theater-Flasche über den Kopf. „Ich hatte echt Angst, dass ich ihm weh tue“, erzählt Monika Strassner. Schließlich konnten sie die Szene nur einmal vorher üben. „Die Flaschen sind sehr teuer, weshalb wir insgesamt nur drei davon hatten“, sagt Spielleiter Werner Frank, „generell mussten sich viele Schauspieler erst in ihre Rollen einfinden, da die Rollen sehr gegen ihr eigenes Naturell sprechen.“

Das Ensemble musste viel an sich arbeiten

Mit den Proben begann die Gruppe im Januar. „Wir hatten Glück, dass wir meistens vollständig waren und selten jemand gefehlt hat“, sagt Manuela Wrobel, „wir mussten viel an uns arbeiten.“

„Wir hatten erst Angst, dass das Stück nicht so gut ankommt“, gesteht Werner Frank. Aber da musste er sich keine Sorgen machen. Das Publikum lachte oft und die Schauspieler bekamen lauten Applaus. „Ich fand das Stück sehr lustig“, sagt Reinhard Raith, „die Schauspielerinnen von Geraldine und Heidrun haben das super gespielt.“ „Wir stellen uns schon selbst vor, wie wir später in einer WG sein werden“, lacht Christiane Ufer. Alles in allem war es ein gelungener Abend. Das Publikum war begeistert und die Schauspieler sehr stolz.

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