Sechster Einbruch in Schwerter Blumengeschäft - diesmal stellte Polizei die Täter

mlzKriminalität in Schwerte

Es war der sechste Einbruch innerhalb eines Jahres in das Blumengeschäft Blattwerk in Geisecke. Doch diesmal konnte die Polizei die Täter schnappen. Dabei half ein aufmerksamer Zeuge.

Geisecke

, 24.11.2019, 13:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um 1 Uhr klingelte am Sonntagmorgen der Notruf bei der Einsatzleitstelle der Kreispolizei in Unna. Ein Zeuge hatte ein verdächtiges Klirren gehört. Das Geräusch kam aus einem Geschäft am Einkaufszentrum Zwischen den Wegen in Geisecke. Die Beamten der Wache Schwerte machten sich auf den Weg und hatten diesmal Glück. Vor dem Geschäft schien jemand Schmiere zu stehen, ein weiterer Täter befand sich im Laden.

Sechster Einbruch in Schwerter Blumengeschäft - diesmal stellte Polizei die Täter

Eine Handyaufnahme von der Tür des Geschäfts Blattwerk in Geisecke nach dem Einbruch in der Nacht zu Sonntag. © Schipplik

Als sich die Beamten dem Tatort näherten, gelang es dem Mann vor dem Geschäft zu fliehen. Sein Komplize im Laden ging den Beamten ins Netz. Die beiden Täter hatten offensichtlich zuvor mit einer Betonplatte die Eingangstür zu dem kleinen Blumengeschäft neben Aldi und Rewe eingeworfen.

20-Jähriger Mann aus Schwerte am Tatort erwischt

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 20-jährigen Deutschen aus Schwerte, erklärte die Polizei gestern auf Anfrage. Der Mann wurde mit zur Wache genommen, wo ihm eine Blutprobe abgenommen wurde. Denn vor Ort habe er keinen besonders nüchternen Eindruck gemacht, so die Polizisten. Einige Zeit später klingelte erneut das Telefon bei der Polizei.

Der zweite Täter meldete sich und stellte sich freiwillig den Beamten. Bei ihm handelt es sich um einen 24-Jährigen. Er sei ebenfalls Deutscher und wohne in Schwerte, so die Polizei.

Sechster Einbruch in Schwerter Blumengeschäft - diesmal stellte Polizei die Täter

Durch die zerstörte Plexiglaskuppel im Wintergarten stiegen die Einbrecher in der Nacht zu Samstag in das Blumengeschäft von Ilona Schipplik in Geisecke ein. Die Dachdecker haben das Loch vorerst mit einer Holzplatte verschlossen. © Reinhard Schmitz

Der Sachschaden am Geschäft beträgt laut Polizei mindestens 5000 Euro. Ob die Täter etwas mitgenommen haben, konnte die Besitzerin des Geschäfts nicht auf Anhieb feststellen.

Die Polizei will die beiden mutmaßlichen Täter Anfang der Woche vernehmen. Dabei werden wohl auch die vorausgegangenen Einbrüche in das Geschäft ein Thema sein.

Seit Ende 2018 immer wieder neue Einbrüche

Seit Ende vergangenen Jahres wurde immer wieder in das Blumengeschäft eingebrochen. Und fast immer wurde dabei mehr zerstört als gestohlen. Am Gründonnerstag dieses Jahres waren die Täter sogar durch eine Lichtkuppel auf dem Dach in die Geschäftsräume gelangt.

Einmal waren sie sogar nur in das Geschäft eingebrochen, um eine Wand aufzubrechen, von der aus man an die benachbarten Geldautomaten der Sparkasse gelangen kann. Die Einbrecher scheiterten zwar an den soliden Geldautomaten, der Baustaub und das Loch sorgten aber für große Schäden im Geschäft.

Sollten die beiden Festgenommenen mit den anderen Taten etwas zu tun haben, sind sie vermutlich leicht zu überführen. Denn beim ersten Einbruch waren die damaligen Täter auch in die benachbarte Pizzeria eingestiegen. Dort öffneten und tranken sie eine Flasche Wein, an der sie Speichelspuren und Fingerabdrücke hinterließen.

Besitzerin räumte am Sonntag bereits wieder auf

Am Sonntagnachmittag präsentierte sich das Geschäft bereits wieder aufgeräumt. „Der Einbruch hat uns mitten im Adventsgeschäft erwischt“, sagt Inhaberin Ilona Schipplik. In einer großen Hauruckaktion hatte sie mit Freunden am Vormittag bereits wieder klar Schiff gemacht.

Dass diese beiden Täter für alle Überfälle in Frage kommen, glaubt sie nicht. Die waren wohl nur auf das wenige Kleingeld aus, das man im Laden erbeuten könne. Die Geldautomatenknacker seien eher Profis gewesen, schätzt sie.

Sie hofft dennoch, dass mit der Festnahme der beiden Schwerte der Spuk endlich aufhört und sie in Ruhe ihr Geschäft führen kann. Ans Aufgeben habe sie aber nie gedacht.

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