SEK-Einsatz nach Familienstreit in Holzen: Polizei sprengt Wohnmobil auf

mlzPolizei-Einsatz in Schwerte

Der Knall hallte laut durch Schwerte-Holzen, mit einem Überraschungs-Zugriff beendete die Polizei die Belagerung am Dienstagmorgen. Ein polizeibekannter Mann hatte sich verschanzt.

Holzen, Dortmund

, 25.02.2020, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bumm-bumm, bumm. Drei Mal hallte am Dienstagmorgen gegen 10.05 Uhr der Knall aus der Ferne, weiter unten vom Rosenweg, heran. Dann schien sich die Spannung unter den Einsatzkräften zu lösen, aus deren Funkgeräten kurz zuvor Worte vom Zugriff des Sondereinsatzkommandos (SEK) zu hören waren. Gewaltsam war die Tür des riesigen Wohnmobils geöffnet worden, in dem sich ein polizeibekannter 45-jähriger Schwerter nach einem Familienstreit verschanzt hatte. Zerbeuteltes Blech und die zersplitterte Verkleidung der Tür zeugten von der Wucht des Angriffs.

Der Festgenommene wurde in die Psychiatrie eingewiesen

Ob dabei Sprengstoff oder – wie Anwohner glaubten – Gas zum Einsatz kam, konnte Polizei-Pressesprecherin Vera Howanietz nicht bestätigen: „Über die Arbeitsweise machen wir grundsätzlich keine Angaben.“ Anschließend habe der Mann unverletzt aus dem Fahrzeug geholt werden können, neben dem ein Rettungswagen in Bereitschaft stand. Er sei in die Psychiatrie eingewiesen worden.

Die Tür des Wohnmobils wurde von der Polizei aufgebrochen.

Die Tür des Wohnmobils wurde von der Polizei aufgebrochen. © Reinhard Schmitz

Damit endete ein Familiendrama, das gegen 7.40 Uhr begonnen hatte. Wie Nachbarn berichteten, sei der Mann offensichtlich von seiner Frau nicht ins Haus gelassen worden. Ähnliches hätten sie auch schon in den vergangenen Tagen erlebt. Doch am Dienstagmorgen muss die Auseinandersetzung eskaliert sein. Die Familie habe die Polizei gerufen, sagt Vera Howanietz. Grund seien „verbale familiäre Streitigkeiten“ gewesen.

Aufforderung zum Aufgeben blieben ungehört

Als die Beamten eintrafen, wurden sie von dem Mann mit einem Gasbrenner angegriffen. Anschließend verschanzte er sich in seinem riesigen Wohnmobil, das an der Einmündung Luisenstraße auf dem Seitenstreifen parkte. Nachbarn hörten immer wieder die Aufforderungsrufe, doch herauszukommen und sich zu ergeben – vergeblich.

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SEK-Einsatz am Rosenweg

Komplett abgeriegelt war am Dienstagmorgen der Rosenweg. Ein Sondereinsatzkommando musste ein Wohnmobil stürmen, in dem sich ein 45-jähriger Schwerter nach einem Familienstreit verschanzt hatte.
25.02.2020
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Ab der Einmündung Zum großen Feld war selbst für Fußgänger kein Durchkommen mehr.© Reinhard Schmitz
Die Polizei durchsuchte noch den Kofferraum des Wohnmobils, bevor sie die Straße wieder freigab.© Reinhard Schmitz
Ein Großaufgebot an Polizei und ein Rettungwagen umzingelten das Wohnmobil am Rosenweg.© Reinhard Schmitz
Die Polizei sperrte den Rosenweg an der Einmündung Zum großen Feld hermetisch ab. Auch der Linienbus der Linie C32 konnte nicht weiterfahren.© Reinhard Schmitz
Ein Blaulichtgewitter herrschte bei dem Einsatz des Spezialkommandos am Rosenweg.© Reinhard Schmitz
Auf dem Seitenstreifen des Rosenwegs war das große Wohnmobil geparkt, das die Polizei stürmen musste.© Reinhard Schmitz
In diesem riesigen Wohnmobil hatte sich der Mann verschanzt. Anwohner berichten, dass die Polizei ihn stundenlang immer wieder aufgefordert habe, herauszukommen und sich zu ergeben.© Reinhard Schmitz
Die Tür des Wohnmobils hatte die Polizei aufgebrochen.© Reinhard Schmitz
Gewaltsam musste die Polizei in das Wohnmobil eindringen, wie die Spuren an der demolierten Tür beweisen.© Reinhard Schmitz
Die Tür des Wohnmobils wurde von der Polizei aufgebrochen.© Reinhard Schmitz
Auf dem Seitenstreifen des Rosenwegs, kurz vor der Einmündung der Luisenstraße, war das Wohnmobil geparkt.© Reinhard Schmitz
In diesem Wohnmobil hatte sich der Mann schon seit dem Morgen verschanzt, wie Anwohner berichteten.© Reinhard Schmitz
Der Rettungswagen stand neben dem Wohnmobil bereit, in das die Polizei gewaltsam eingedrungen war.© Reinhard Schmitz

Die Polizei konnte nicht ausschließen, dass die Situation auch für die Bewohner umliegender Häuser gefährlich werden könnte. Manche ließen vorsorglich die Rollladen wieder herunter. Draußen wurde der Bereich weiträumig abgeriegelt. Die erste Sperre stoppte Autos schon an der Einmündung der Friedrich-Hegel-Straße, ab der Einmündung Zum Großen Feld durften dann nicht einmal mehr Fußgänger weitergehen. Nur auf Schleichwegen, durch den Hinterausgang im Keller, konnten manche Anwohner zur Arbeitsplatz gelangen. Auch LKW und ein Gelenkbus der Linie C32 steckten fest.

Erst, als nach der Festnahme auch noch der Kofferraum des Wohnmobils untersucht war, wurde der Verkehr wieder freigegeben. Kurz darauf rollte ein Abschleppwagen vor, um das Wohnmobil sicherzustellen.

Der Rosenweg wirkte wieder ruhig wie immer. Das junge Rosenstämmchen vor dem Haus am Einsatzort glänzte in der Sonne.

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