Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei rückte in der Straße Im Ortsstück an. © Reinhard Schmitz
Spektakulärer Polizeieinsatz

SEK stürmt Hochhaus-Wohnung in Westhofen: Hund bei Einsatz erschossen

Alle mussten das 30-Parteien-Hochhaus verlassen, die Straße „Im Ortsstück“ wurde abgeriegelt. Ein Mann hatte gedroht, Polizisten anzugreifen. Das SEK griff ein.

Der 36-jährige Schwerter wurde überwältigt und leicht verletzt auf der Trage zum Rettungswagen gebracht. Sein Schäferhund-Mischling Akita ist tot. Das Tier war bei dem Einsatz erschossen worden, weil es die Polizeibeamten nach Aussage der Polizei angegriffen haben soll.

So endete am Mittwochmittag (25.8.) ein spektakulärer Einsatz, der das Wohnviertel rund um die Straße „Im Ortsstück“ in Westhofen stundenlang in Atem gehalten hatte.

Das sechsstöckige Hochhaus wurde komplett geräumt

Gegen 10.15 Uhr – so Polizei-Pressesprecherin Vera Howanietz – hatte der Mann angekündigt, sich das Leben nehmen zu wollen. Anschließend habe er sich in seine Wohnung zurückgezogen, die in einer mittleren Etage eines der drei Hochhäuser „Im Ortsstück“ lag. Gleichzeitig drohte er, Polizeibeamte angreifen zu wollen, wenn sie sich ihm nähern würden.

In einer mittleren Wohnung des sechsstöckigen 30-Parteien-Hauses Im Ortsstück fand der Polizeieinsatz statt.
In einer mittleren Wohnung des sechsstöckigen 30-Parteien-Hauses Im Ortsstück fand der Polizeieinsatz statt. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Polizei und Feuerwehr rückten mit einem Großaufgebot zum Ort des Geschehens aus. Auch ein Rettungswagen und ein Notarzt waren vor Ort. Die Einsatzkräfte räumten das sechsstöckige Hochhaus nahe der Autobahn, in dem 30 Mietparteien wohnen.

Bewohner berichteten, dass gegen ihre Türen geschlagen worden sei und man sie – ohne nähere Angaben zur Ursache – mit Rufen aufgefordert habe, wichtige Sachen mitzunehmen und ins Freie zu gehen. Dort beobachteten sie die ganze Zeit im Stehen aus sicherer Entfernung das Geschehen. Gefahr habe für sie und andere Unbeteiligte zu keinem Zeitpunkt bestanden, erklärte Polizei-Pressesprecher Bernd Pentrop vor Ort.

Die Bewohner des 30-Parteien-Hochhauses Im Ortsstück mussten ihre Wohnungen verlassen und beobachteten den Polizeieinsatz im Freien aus sicherer Entfernung.
Die Bewohner des 30-Parteien-Hochhauses Im Ortsstück mussten ihre Wohnungen verlassen und beobachteten den Polizeieinsatz im Freien aus sicherer Entfernung. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Andere Nachbarn, die einkaufen oder sonst wie unterwegs gewesen waren, konnten nicht in ihre Häuser „Im Ortsstück“ zurück. Die einzige Zufahrt war von der Polizei schon an der Einmündung zum Grünen Weg mit Hütchen abgesperrt.

Autofahrer mussten wieder abdrehen. Eine Seniorin wurde zu einer schattigen Stelle auf dem Bürgersteig geführt, wo sie auf dem Sitzbrettchen ihres Rollators warten musste.

Die Polizei sperrte die einzige Zufahrt zur Straße Im Ortsstück direkt an der Einmündung am Grünen Weg ab.
Die Polizei sperrte die einzige Zufahrt zur Straße Im Ortsstück direkt an der Einmündung am Grünen Weg ab. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Ein paar Männer setzten sich auf eine Vorgartenmauer am Grünen Weg und versuchten vergeblich, per Handy Kontakt zu ihren Angehörigen in den Hochhäusern aufzunehmen, um von ihnen nähere Informationen zu bekommen.

Handwerker konnten nicht weiter Türen streichen

Und Handwerker der Wohnungsgesellschaft Vonovia mussten ihre Mittagspause unfreiwillig verlängern, als sie mit Colaflaschen vom Lidl-Einkauf zurückkamen. Die Türen in einem der drei Hochhäuser, die sie eigentlich alle neu lackieren sollten, mussten warten.

Wenn die Polizei absperre, müsse man sich daran halten, hörte man die Maler reden: „Bevor du da irgendwo einen Schuss abkriegst.“ Vor Augen hatte man auch noch den Einsatz von vor einigen Monaten, als ein Mann mit einem Messer an der Tannen- und Reichshofstraße herumgelaufen war und schließlich mit Schusswaffeneinsatz gestoppt worden war.

Während die Außenstehenden aufgeregt diskutierten, rollte ein angefordertes Spezialeinsatzkommando der Polizei vor. Aus vier Bullis sprangen SEK-Kräfte heraus, streiften sich Sturmhauben und eine Art Kettenhemd über und verschwanden in Richtung Hochhäuser. Einige Zeit später kam Bewegung in die Sache. Der Rettungswagen, der zuvor im Grünen Weg in Bereitschaft stand, rollte zu den Wohnblöcken vor.

Der Mann wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus transportiert

Unter Einsatz der Spezialeinsatzkräfte sei der Mann in seiner Wohnung überwältigt worden, teilte die Polizei kurz darauf mit. Er wurde zum Rettungswagen getragen und zur Behandlung in ein Krankenhaus gefahren. Die Straßensperrung wurde aufgehoben, die Anlieger konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.

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