Kleingärtner der „Amsel“ in Schwerte geschockt: Jede vierte Laube aufgebrochen

mlzKriminalität in Schwerte

Serieneinbrecher drangen in der Nacht zu Freitag in die Kleingartenanlage Amsel ein. Die Pächter sind sicher, dass es eine Bande gewesen sein muss. Und kennen auch schon die Vorgehensweise.

Schwerte

, 24.01.2020, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit bangem Blick auf den Hochwasserpegel der Ruhr zu schauen, sind die Kleingärtner in der „Amsel“ gewohnt. Oft genug hat der Fluss die Parzellen unter Wasser gesetzt, suchte sich das Wasser seinen Weg unter den Türen hindurch bis in die Lauben. In diesem Winter ist die Anlage davon bislang verschont geblieben. Stattdessen jetzt das: Einbrecher sind in der Nacht zu Freitag reihenweise in die Lauben und in die Vereinsgaststätte eingebrochen. „Nach bisherigen Feststellungen wurden 22 Lauben aufgebrochen“, berichtete die Leitstelle der Kreispolizei Unna am Freitagnachmittag. Damit wäre mehr als ein Viertel der 76 Parzellen betroffen gewesen.

Alarmanlage abgerissen und in den Teich geschmissen

„Wir sind geschockt“, sagt Helmut Röhle, der den Schaden entdeckt hatte. Gegen 8.30 Uhr - so berichtet er - sei er durch das Tor von der Rohrmeisterei-Seite aus auf das Gelände gegangen, um nach dem Rechten zu sehen. Sofort bemerkte er: Irgendetwas ist anders als sonst. Gleich beim zweiten Häuschen, an dem er vorbeikam, stand die Eingangstür sperrangelweit offen. Auch das Tor zu seinem eigenen Garten war nicht verschlossen. „Das hast du doch am Abend zugemacht“, dachte sich der 67-Jährige und stutzte. Die böse Ahnung bestätigte sich. Auch die Türen zur Laube und zum Geräteschuppen waren mit roher Gewalt aufgebrochen worden. Als erstes war zu erkennen: „Der ganze Schrank mit den Werkzeugen ist leer.“

Kleingärtner der „Amsel“ in Schwerte geschockt: Jede vierte Laube aufgebrochen

Unter den Kleingärtnern in der „Amsel" gab es nur ein Gesprächsthema: Die Einbruchsserie in Lauben und Vereinsgaststätte. © Reinhard Schmitz

Von Helmut Röhle hochgeschreckt, eilten nach und nach auch andere Gartenbesitzer in die Anlage. Wer von den Einbrüchen betroffen war, erkannte das schon von weitem an den offenstehenden Laubentüren. „Bei uns im Garten haben sie auch noch die Alarmanlage abgerissen und in den Teich geschmissen“, erzählt Marcus Hüppe. Vergeblich hatte er gehofft, dass deren Aufheulen Kriminellen einen Schrecken einjagen könnte. Im Inneren des Häuschens ist alles durchwühlt. Der Fernseher, bereits aus der Wandhalterung abmontiert, wurde allerdings zurückgelassen.

Vor allem Werkzeuge und Lebensmittel gestohlen

Das sei auch in anderen Gärten so gewesen, wundern sich die „Amsel“-Mitglieder, die vor der Vereinsgaststätte zusammenstehen. „Geklaut wurden Werkzeuge, Kaffee und Bockwürstchen“, sagt Claudia Hüppe, die Kassiererin des Vereins. Akkuschrauber, Kettensäge, Radios, ergänzen andere. Und Kupferrohre, die schon eingesammelt, wurden dann aber auf einer Hecke zurückgelassen. Daneben habe auch noch ein Handy-Ladegerät gelegen. Die Beute kann aber noch größer sein. Die Polizei hat erst „sehr spärliche Erkenntnisse über entwendete Gegenstände“, da die meisten Garteninhaber noch nicht erreicht werden konnten: „Die vollständige Erhebung der entwendeten Gegenstände und des Gesamtschadens wird einige Tage in Anspruch nehmen.“ Dabei sei der Vorstand des Kleingartenvereins behilflich.

Kleingärtner der „Amsel“ in Schwerte geschockt: Jede vierte Laube aufgebrochen

Mit Schubkarren, die sie aus den Parzellen entwendeten, müssen die Einbrecher ihre Beute zu einem Fahrzeug geschafft haben. Mindestens fünf herrenlose Schubkarren standen in der Nähe des Vereinsheims herum. © Reinhard Schmitz

Lange war es in der Anlage ruhig gewesen in Sachen Einbrüche. Unter den Hobbygärtnern, die am Freitagnachmittag aufgeregt über die Taten diskutieren, gibt es auch schon eine Theorie, wie die Kriminellen vorgegangen sein müssen. Das verbogene Schloss beweist, dass sie das Haupttor zur Straße Im Reiche des Wassers geknackt haben, um offenbar mit einem Auto auf das versteckt liegende Gelände in den Ruhrwiesen vorzufahren. Vermutlich in Richtung des zentralen Vereinsheims, wo ein halbes Dutzend herrenloser Schubkarren herumstehen. Die wurden offensichtlich aus Gärten entwendet, um darin die Beute von den Parzellen zu dem Fluchtfahrzeug zu schaffen. Deshalb gehen die Gärtner davon aus, dass es eine Bande gewesen sein müsse, die arbeitsteilig vorgegangen sei: Die einen brachen ein, die anderen karrten das Diebesgut weg.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei sucht Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder sonstige Hinweise geben können. Sie werden gebeten, sich bei der Wache Schwerte zu melden unter Tel. (02304) 921-3320 oder (02304) 921-0.
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