Skurriles Kamera-Fahrzeug war am Wochenende in Schwerte unterwegs

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Ein kleines oranges Fahrzeug hat am Samstag Fotos und Videos von Schwertes Straßen gemacht. Dabei geht es aber nicht um öffentliche Aufnahmen fürs Internet. Was steckte dahinter?

Schwerte

, 03.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klein und orange, wie von der Straßenreinigung, war das Fahrzeug, das am Wochenende mehrfach auf Schwertes Straßen gesichtet worden ist – wären da nicht die vielen Kameras auf dem Autodach.

Bei manchen Nutzern in den Sozialen Netzwerken lag zunächst die Vermutung nahe, der Wagen mache Foto und Filmaufnahmen fürs Internet, ähnlich wie die Streetview-Fahrzeuge von Google. Da ist Schwerte nämlich bislang noch nicht vertreten.

Aber die entstandenen Aufnahmen sind keinesfalls für den öffentlichen Gebrauch. Das Fahrzeug der Berliner Firma Eagle Eye Technologies fotografiert zwar die Straßen in der Ruhrstadt, wandelt sie aber anschließend in Geo- und Straßendaten um.

Kameras und Laser prüfen kleine Straßen und Wege

“Da wurde der Zustand verschiedener Straßen erfasst“, erklärt Markus Borchert von der Schwerter SEG, die den Auftrag für die Analyse erteilt hat. 31 Kilometer durchs gesamte Stadtgebiet ist ein Experte mit dem Schmalspurfahrzeug am Wochenende gefahren – auf kleineren Wegen, Gehwegen, Durchgängen, Wirtschafts- und Fahrradwegen.

„Die Firma macht eine Oberflächenmessung und zeichnet Unebenheiten aus. Im Büro werden die Daten dann ausgewertet und wir sehen, wo Arbeiten nötig werden“, so Borchert.

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Eagle Eye Technologies macht verschiedenste Fotoaufnahmen, sowieso Panorama- und Videobilder und Laserscans, meist für Kommunen. „Das Ergebnis sind detailgenaue und exakt georeferenzierte Daten über den Zustand von Wegen und Straßen“, heißt es aus Berlin. Die Programme erkennen Schlaglöcher, Spurrinnen, Risse und andere Unebenheiten und zeigen auch auf, wie stark die Schäden sind.

Aufnahmen nur für Geo-Daten, nicht zur Aufzeichnung von Personen

Bereits 2013 hatte Eagle Eye Technolgies erste Aufnahmen in der Ruhrstadt gemacht und mit einem großen Fahrzeug das Straßennetz erfasst. Diesmal sollte ein kleineres auch die schmalen Wege, wie beispielsweise den Ruhrwanderweg oder verschiedene Brücken begutachten. Das Schmalspurfahrzeug eignet sich besonders für Radwege, touristische Wege, Wirtschafts- und Nebenwege oder schmale Gassen sowie Wald- und Forstwege.

Mit 3D-Aufnahmen, wie sie beispielsweise Google von Personen und Häusern macht, habe das allerdings nichts zu tun, stellt das Unternehmen selbst klar: „Eine Zuordnung persönlicher Daten zu den erfassten Bilddaten erfolgt in keinem Fall. Das vorhandene Bildmaterial wird lediglich im Rahmen des Auftrages zur Erfassung kommunaler Infrastruktur verwendet“, erklärt Marianne Rettmann.

Außerdem seien alle Mitarbeiter zur Verschwiegenheit und zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen verpflichtet worden.

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