Sokolowsky lehnt Vergleich ab

SCHWERTE Die Bad-Affäre schlägt weitere Wogen. Nach der strafrechtlichen Anklage gegen den ehemaligen Bäderchef Joachim Crefeld (wir berichteten) folgte in dieser Woche der erste Gerichtstermin im Zivilprozess um die so genannte Büfett-Affäre.

von Von Nicole Jankowski

, 16.01.2008, 20:43 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vor dem Schwerter Amtsgericht klagt die Bäder Schwerte GmbH gegen Rüdiger Sokolowsky, Ex-Fraktionsvorsitzender der CDU, und seine Lebensgefährtin, die CDU-Kreistagsabgeordnete Ute Giedinghagen. Es geht um ein Büfett, das die beiden anlässlich einer Geburtstagsfeier bei der Bäder Schwerte GmbH bestellt hatten. Melone  mit Schinken, Nordseekrabben, Wildschweinbraten und Fjordlachs umfasste das kulinarische Angebot unter anderem. 1394,55 Euro hätten am Ende auf der Rechnung gestanden – für eine Gesellschaft von 100 Personen, erläutert Rechtsanwalt Rainer Sciborski von Niebaum Rechtsanwälte aus Dortmund, der die Bäder GmbH vertritt.

Büffet für 100 Personen?

Waren es tatsächlich 100 Personen? Das ist einer der Streitpunkte in diesem Verfahren. Während Sokolowsky und Giedinghagen angaben, es wären letztendlich nur 70 Gäste gewesen, sagte am Mittwoch  zumindest einer der Zeugen, ein Koch aus dem FAB, aus, sich definitiv an 100 Besucher zu erinnern. Strittig ist außerdem die Höhe des Büfett-Preises. War es tatsächlich nur ein günstiges Schnäppchen? „Es gibt ein krasses Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung“, betont Anwalt Sciborski. Das lege die Vermutung nahe, der politische Hintergrund habe bei der Preisabsprache eine Rolle gespielt.

Der Vorgang muss geklärt werden

Dies bestreiten Sokolowsky und Giedinghagen jedoch und lehnten am Mittwoch im Gericht einen Vergleich ab. „Der Vorgang muss geklärt werden, auch im Sinne der Politik“, betonte Rüdiger Sokolowsky. Im März wird der Prozess fortgesetzt. Dann soll ein Sachverständigengutachten klären, welcher Preis für das Büfett angemessen gewesen wäre. Auch ein wichtiger Zeuge fehlte gestern noch: Badmanager Joachim Crefeld ließ sich entschuldigen.

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