Solaranlage im Garten: Stadt Schwerte verbietet Beitrag zum Klimaschutz

mlzBeschwerde an Rat

Kein Platz für Solarstrom auf dem Dach, dafür aber im Garten, dachte sich Volker Hinz. Doch die Rechnung ging nicht auf. Die Stadt Schwerte lehnte den Antrag ab. Jetzt wird neu diskutiert.

Geisecke

, 03.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Dach seines Hauses ist klein und zudem auch noch mit Zink eingedeckt. Dafür bietet das Grundstück am Rande von Geisecke eine Böschung mit Südseite. Das sei der perfekte Platz, um eine Solaranlage aufzustellen, dachte sich Volker Hinz. Doch da machte ihm die Verwaltung einen Strich durch die Rechnung. Denn im Außenbereich sei eine Freiflächenfotovoltaikanlage für die private Versorgung nicht genehmigungsfähig.

Beschwerdeausschuss soll das Thema diskutieren

Jetzt soll sich der Beschwerdeausschuss des Rates mit dem Thema beschäftigen. Schließlich war es ja der Rat, der mit großer Mehrheit vor den Sommerferien den Klimanotstand für Schwerte ausrief.

Streitpunkt ist ein etwa 175 Quadratmeter großes Areal hinter den Häusern Am Brauck in Geisecke. Die Böschung, auf der zwei kleine Obstbäume stehen, ist durch eine Natursteinmauer vom Grundstück abgegrenzt. Unterhalb befindet sich eine Weide, dann kommen Ruhrwanderweg und Ruhr. Beide sind aber durch Bäume verborgen.

Etwa 130 Quadratmeter Solarpaneele würden ausreichen, um sein Haus mit Solarstrom zu versorgen, meint Volker Hinz. Grundsätzlich wolle er die Anlage für den Eigenverbrauch nutzen. Prinzipiell hätten aber auch die Stadtwerke Interesse gezeigt, auch wenn man grundsätzlich keinen Strom aus privaten Freiflächenanlagen nutze.

Solaranlagen im Außenbereich nicht genehmigungsfähig

Mit seiner Idee war Volker Hinz beim Bauordnungsamt der Stadt vorstellig. „Der Mitarbeiter war sehr freundlich“, so Hinz. Doch auch sehr deutlich: Im Außenbereich sei so eine Anlage nicht genehmigungsfähig, da es sich nicht um ein Vorhaben zur öffentlichen Versorgung handele.

Wo denn nun der Außenbereich beginnt, ist aber strittig. Aus Sicht der Stadt endet der Außenbereich dort, wo auch die Bebauung endet, also direkt hinter den Häusern. Das wäre im Fall vom Brauck keine gerade Linie, denn die Bebauung, vor allem der benachbarten Dorfstraße hat sich geändert und den Innenbereich dort weiter in die Landschaft geschoben.

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Stadt Schwerte rief im Juli den Klimanotstand aus

Und auch die politischen Vorgaben haben sich geändert. Die Stadt, die im Juli den Klimanotstand ausgerufen hat, will ja künftig Baurecht und Klimaschutz gegeneinander abwägen. Und außerdem soll die Verwaltung laut Beschluss des Umweltausschusses prüfen, ob sich auch Freiflächen in der Stadt für die Gewinnung von Solarstrom eignen.

Das Thema wird am 6. November um 17 Uhr im Beschwerdeausschuss des Rates im Rathaus, Raum 405, öffentlich diskutiert.

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