Soll eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr in Schwerte einfach geschlossen werden?

mlzFeuerwehr in Schwerte

Wie schafft es die Feuerwehr, schnell am Brandherd zu sein und was heißt schnell? Das regelt der Brandschutzbedarfsplan. Und ausgerechnet der fordert die Schließung einer Löschgruppe.

Wandhofen

, 28.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Mittwoch wird der neue Brandschutzbedarfsplan den Ratsmitgliedern vorgestellt. Erst zu diesem Termin soll er auch als Tischvorlage an die zuständigen Kommunalpolitiker verteilt werden. Doch Einiges, was in dem Papier steht, ist bereits durchgesickert und sorgt unter Beteiligten für Unruhe.

Denn neben den Kosten einer Personalaufstockung, die auf die Stadt zukommen sollen, schlagen die Verfasser wohl die Auflösung des Standortes Wandhofen der Freiwilligen Feuerwehr vor.

Löschgruppe hat über 100 Jahre Tradition

Die seit über 100 Jahren bestehende Löschgruppe steht nicht zum ersten Mal zur Schließung an. Bereits 2008 hatten die Wirtschaftsprüfer von Rödl und Partner der Stadt vorgeschlagen, die kleine Löschgruppe aus Kostengründen zu schließen. Mit der Aufgabe des Löschzuges könne man 8000 Euro jährlich einsparen, hatten die Wirtschaftsprüfer damals ausgerechnet.

Das stieß auf großen Widerstand. Die Mitglieder hatten zeitweise sogar erklärt, sie würden dann aus der Feuerwehr austreten.

Erst im Mai 2009 hatte man die Auflösung des Löschzuges endgültig von der Sparliste gestrichen, vor allem deshalb, weil die Wandhofener im zu jener Zeit geltenden Brandschutzbedarfsplan eine wichtige Rolle spielten.

Zu wenig Mitglieder bei Freiwilliger Feuerwehr

Um das Sparen geht es im Entwurf für den neuen Brandschutzbedarfsplan nach dem, was durchsickerte, noch nicht. Begründet wird die Schließung unter anderem mit der geringen Zahl der Einsatzkräfte. 13 sind es zurzeit noch. Damit gingen Schwierigkeiten einher, die Arbeitsschutzbedingungen einzuhalten.

Mit dem Personalproblem ist die Freiwillige Feuerwehr in Wandhofen jedoch nicht alleine. Auch in anderen Löschgruppen bleibt man unter den geplanten Sollstärken.

Für eine Schließung spräche auch die Tatsache, dass dadurch laut Aussage der Autoren des Plans keine Verschlechterung der Erreichbarkeit zu erwarten sei. Die Einsätze in Wandhofen und in dem übrigen Einsatzgebiet der Löschgruppe könnten auch von den benachbarten Löschgruppen, also Schwerte-Mitte und Westhofen, erledigt werden.

Mehr Personal für hauptamtliche Wache?

Allerdings schlage der Brandschutzbedarfsplan auch die Einstellung weiteren Personals für die hauptamtliche Feuerwehr in Schwerte vor, hieß es. Der Brandschutzbedarfsplan listet auf, welche Standards für die Brandbekämpfung in Schwerte gelten. Wie schnell man zum Beispiel zum Einsatzort gelangen will, und wie man diese Zeiten umsetzen kann. Ob genügend Personal und Gerät vorhanden sind. Bislang hatte die Feuerwehr in Schwerte die Brandschutzbedarfspläne selbst verfasst. Bei dem neuen Werk ließ man sich von einer externen Firma unterstützen.

Der aktuell gültige Brandschutzbedarfsplan stammt aus dem Jahr 2014. Die Pläne müssen von der Politik abgesegnet werden.

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