Sparkasse Schwerte kündigt alte Sparverträge – Schluss mit höchster Prämienstufe

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Jetzt erreicht die Hiobsbotschaft auch die Schwerter Sparer. Als Folge der Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank kündigt die Stadtsparkasse bestimmte Prämiensparverträge.

Schwerte

, 05.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die schönen Prämien waren einmal. Auch die Spar-Kunden der Stadtsparkasse Schwerte bekommen jetzt die Folgen der seit Jahren andauernden Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank zu spüren. Das Geldinstitut kündigt Altverträge zum flexiblen Prämiensparen, die noch zu D-Mark-Zeiten abgeschlossen worden sind. Das bestätigte am Montag der Bereichsleiter Vertriebsmanagement, Peter Dirkschnieder. Es handele sich um Verträge, deren Kündigung ein Urteil des Bundesgerichtshofs möglich gemacht hatte. Andere Sparkassen, zum Beispiel in Dortmund, waren schon vorgeprescht.

Prämien konnten bis auf 25 Prozent klettern

Betroffen sind bei der Stadtsparkasse Schwerte - so Dirkschnieder - rund 700 Verträge, die die höchste Prämienstufe erreicht hatten. In der Grundkonstruktion seien sie so angelegt gewesen, dass sie eine unbegrenzte Laufzeit hatten. Das Modell war folgendermaßen: Der Sparer verpflichtete sich zu Beginn, monatlich eine feste, gleichbleibende Rate zu sparen, mindestens 50 D-Mark. Auf das angesammelte Kapital erhielt er eine Grundverzinsung. Obendrauf legte die Sparkasse aber noch eine Prämie auf die Summe der Einzahlungen der jeweils letzten zwölf Monate. Deren Höhe war nach Laufzeit gestaffelt und stieg mit den Jahren der Vertragsdauer an, bis sie die höchste Prämienstufe erreicht hatte. Das waren bei der Sparkasse Schwerte in diesem Fall 25 Prozent auf die eingezahlten Raten der vergangenen zwölf Monate.

Grund ist die Politik der Europäischen Zentralbank

Die Kündigung dieser Altverträge beim Prämiensparen sei bei der Sparkasse früher nie ein Thema gewesen, erläuterte Dirkschnieder. Erst in den jüngsten Jahren habe man sich aufgrund des anhaltend niedrigen allgemeinen Zinsniveaus darüber Gedanken machen müssen.

Allen Banken brechen durch die Politik der Europäischen Zentralbank die Einnahmen weg, die sie früher durch die Kreditvergabe erzielen konnten. Die Kunden - egal, welchem Geldinstitut sie vertrauen - spüren diesen Druck der Zentralbank nicht nur in ständig höheren Gebühren für ihre Girokonten. Auch Sparzinsen, die ihren Namen verdienen, gibt es eigentlich nicht mehr. Bei normalen Sparbüchern bewegen sie sich meist in einem Bereich zwei Stellen hinter dem Komma. Profitieren von der Situation können dagegen Kreditnehmer, zum Beispiel Häuslebauer.

Sparkasse schreibt betroffene Kunden an

Die rund 700 von der Kündigung betroffenen Prämiensparer erhalten jetzt Post von der Sparkasse Schwerte. „Wir schreiben die Kunden an“, sagte Dirkschnieder. Voraussichtlich würden die Briefe in der zweiten Novemberhälfte verschickt. Gleichzeitig biete die Sparkasse den Kunden Beratungsgespräche zum Thema an.

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