Imker Ralf Schmidt bringt ein Bienenvolk in das Rapsfeld in Lichtendorf. Hier standen bis vor einer Woche noch 60 Bienenvölker. © Jörg Bauerfeld
Stich mit Konsequenzen

Spaziergänger von Biene gestochen – 60 Völker müssen umziehen

Anlieger, Fußgänger, Radfahrer dürfen den Weg in Lichtendorf nutzen. Auch Bienen sollten hier ein Zuhause finden – doch ein Exemplar stach einen Spaziergänger in den Kopf. Ein Stich mit Konsequenzen.

Die Rapsfelder blühen in einem satten Gelb. „Das dürfte auch noch in den nächsten vier Wochen so sein“, sagt Imker Ralf Schmidt. Der Imker aus Sölde hat seine Bienen über die Stadtgrenze nach Schwerte gebracht und in ein Rapsfeld am Overberger Weg in Lichtendorf gestellt.

Sechs Bienenvölker sind es, die sich im Rapsfeld tummeln. Blüten bestäuben und Honig produzieren. Ein Win-Win-Geschäft zwischen Insekt und Mensch.

Bis Samstag (1.5.) standen am Overberger Weg noch 60 Bienenvölker. In einer großangelegten Aktion waren die Bienenvölker per Radlager am Overberger Weg abgeladen worden. Sehr zur Freude der umliegenden Bauernhöfe. Denn jede Biene sei wichtig für die Bestäubung.

So sah es noch in der letzten Woche am Overberger Weg aus. 60 Bienenvölker standen am Rand des Rapsfeldes. © privat © privat

Doch damit war dann erst mal wieder Schluss – jetzt sind es nur noch sechs Völker in dem Bereich. Denn nicht alle Bürger schienen sich darüber zu freuen.

Ein Spaziergänger wurde vor Ort von einer Biene angegriffen und gestochen, so die Information aus der Pressestelle der Stadt Schwerte. „Die Biene hat den Bürger wohl beim Vorbeigehen ohne ersichtlichen Grund in den Kopf gestochen“, sagt Ingo Rous, Pressesprecher der Stadt Schwerte.

Stadt Schwerte musste den Besitzer der Bienen ansprechen

Der Stadt blieb daraufhin keine andere Wahl, als den Besitzer der Insekten anzusprechen und zu bitten, die Bienenstöcke entweder abzusichern oder umzusetzen. „In diesem Fall kam hinzu, dass die Bienenstöcke sehr nah am Fahrbahnrand standen“, so Rous. Die Stadt Schwerte müsse auf öffentlichen Wegen die Sicherheit der Bürger gewährleisten.

Da man aber so viele Bienen nicht einsperren kann, hat sich der Imker aus Sölde entschieden, die Völker, die einem Imker-Kollegen aus Bad Bergen gehören, wieder abzuholen. Der Verpächter des Feldes in Lichtendorf, die Familie Schulte-Dellwig, hatte Bienen für die Bestäubung gesucht, jetzt mussten sie wieder weg, umgezogen sind sie nach Soest.

Die sechs übrig gebliebenen Völker sind jetzt vom Weg her nicht mehr sichtbar. „Für die Bestäubung des Feldes wird es ausreichen“, so Schmidt. Für die geplante Honigproduktion eher weniger. Der Stadt Schwerte macht der Imker keinen Vorwurf. Er verstehe nur das Verhalten der Menschen nicht immer. Bienen seien wichtig – für jeden.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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