SPD will Fahrradgarage für den Bahnhof Ergste

Nahverkehr in Schwerte

Spinnen haben ihre Netze über die Bügel der Vorhängeschlösser gewoben. Häufig geöffnet werden die mit Farbe beschmierten Eisentüren der Fahrradboxen am Bahnhof Ergste offensichtlich also nicht. Die SPD Schwerte-Süd möchte die Waschbeton-Klötze durch eine schmucke Fahrradgarage ersetzen.

ERGSTE

, 06.06.2017, 05:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die hässlichen Waschbeton-Fahrradboxen am Bahnhof Ergste möchte die SPD Schwerte-Süd durch eine moderne Fahrradgarage ersetzt sehen, um den Umsteigepunkt attraktiver zu machen.

Die hässlichen Waschbeton-Fahrradboxen am Bahnhof Ergste möchte die SPD Schwerte-Süd durch eine moderne Fahrradgarage ersetzt sehen, um den Umsteigepunkt attraktiver zu machen.

„Das würde vielleicht einen Anreiz schaffen, auf die Bahn umzusteigen“, sagte die stellvertretende Ortsvereins-Vorsitzende Ursula Meise bei einem Ortstermin mit dem städtischen Städteplaner David Weber. Dazu seien Möglichkeiten nötig, das Fahrrad sicher abschließen zu können, betonte der Fachmann. Denn so ein Rad sei immer teurer geworden, koste heutzutage locker zwischen 2000 und 4000 Euro: „Das will man sicher abstellen.“

Wichtig sei außerdem eine trockene Unterstell-Möglichkeit, ergänzte der in der Ergster Ökosiedlung wohnende Albrecht Buscher vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Dortmund-Unna. Er forderte außerdem eine Verfügbarkeit rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche. Ob der Zugang mit einem Schlüssel- oder Chipkartensystem erfolge, sei zweitrangig.

Das Vorbild ist Münster

So groß wie das neue gläserne Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof Schwerte müsse die Abstellmöglichkeit in Ergste nicht werden, sagte SPD-Ratsherr Simon Lehmann-Hangebrock. Die Garage müsse aber ausreichend Stellplätze bieten.

Für die Bauweise schlug Weber Drahtkonstruktionen vor, wie er sie in der Fahrrad-Hochburg Münster gesehen hatte. „Ob es Glas sein muss, ist zu überlegen“, sagte auch Verkehrs-Experte Buscher. Er erinnerte daran, dass schon die Scheiben des Wartehäuschens vor dem Bahnhof Ergste des öfteren beschädigt worden seien. Das sei sowieso ungünstig aufgestellt, warf Ursula Meise in diesem Zusammenhang ein. Auf den Bänken sitzend, könne man weder die nahe Bushaltestelle noch den Bahnsteig im Auge behalten, der von Buschwerk verdeckt wird.

Ziel: 25 Prozent Radverkehr

Ergste habe den großen Unterstand aber auch nur bekommen, weil der in Neuenrade abgebaut worden sei, wusste Buscher. Zwischen 600 und 700 Reisende – so schätzte er – steigen an der Station in die Züge ein. Deren Nutzung habe sich verbessert, seit Ergste in das Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) einbezogen worden sei.

Mit seinem Mobilitätskonzept hat sich der Stadtrat die Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs und des Radverkehrs auf die Fahnen geschrieben. Als Ziel sei darin formuliert, den Anteil des Radverkehrs beim Zurücklegen von Wegen in der Stadt einmal auf 25 Prozent zu steigern, erklärte Weber. Derzeit erreiche man aber lediglich sechs Prozent. Die teuersten Investitionen flössen in den Bau von Radwegen und Abstellanlagen.

Die Ergster haben noch einen weiteren Wunsch: Durch Anheben der Bahnsteigkante ein barrierefreies Einsteigen in die neuen Züge zu ermöglichen, die für die Zukunft angekündigt sind.

So geht's jetzt weiter
Mit einem Antrag für die nächste Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt am 27. Juni will die SPD Schwerte-Süd das Thema „Fahrradgarage Ergste“ in eine feste Form gießen. Ratsherr Simon Lehmann-Hangebrock, der in diesem Ausschuss vertreten ist, ist zuvor auch gern zu einer überfraktionellen Abstimmung bereit. Mittel für den Bau könnten dann für den Haushalt 2018/19 beantragt werden.

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