Spielplatz am Lindenweg hat Giftstoff im Boden

Debatte um Schließung

Der Spielplatz am Lindenweg, der geschlossen werden soll, taucht im Altlastenkataster der Stadt auf. Nur: Bei der Diskussion um die Schließung wurde das bisher noch gar nicht offiziell mitgeteilt. Ende der 1980er-Jahre hatte man auf dem Gelände eines Giftstoffes gefunden - und es 1992 versiegeln lassen.

SCHWERTE

, 20.09.2014, 07:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die dioxinhaltige Schicht, die auf dem Spielplatz gefunden wurde, wurde 1992 mit Schotter und Steinmehl versiegelt.

Die dioxinhaltige Schicht, die auf dem Spielplatz gefunden wurde, wurde 1992 mit Schotter und Steinmehl versiegelt.

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war der Spielplatz in den Fokus der Umweltbehörden geraten. Denn auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal hatte man Kieselrot gefunden. Diese rote Asche, die vor allem in den 60er-Jahren auch auf vielen Sportplätzen und Laufbahnen eingebaut wurde, gilt als dioxinhaltig.

ließ man den Spielplatz deswegen sperren und die Asche, die im Unterbau eingesetzt worden war, versiegeln. 17 Zentimeter Schotter, zwei bis drei Zentimeter Steinmehl und im Bereich der Spielgeräte eine zusätzliche Sandschicht bedecken seitdem den unliebsamen Fund. "Wenn wir den Spielplatz wie ursprünglich geplant ausgebaut hätten, wäre diese Schutzschicht bei den Erdarbeiten aufgerissen worden", so Winkler. Es sei seitens der Verwaltung aber versäumt worden bereits frühzeitig in das beim Kreis geführte Altlastenkataster zu schauen.

Der Spielplatz am Lindenweg hatte bis zum Februar dieses Jahres auf der Liste jener Spielplätze gestanden, die ausgebaut werden sollten. In der aktuellen Ratsvorlage stand er dann plötzlich auf der Streichliste. Ausgebaut werden sollte jetzt der Spielplatz am Gotenweg.

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Allerdings gehörte die Altlast nicht zu den Argumenten, die das Jugendamt für diese Entscheidung ins Feld führte. Damals hatte man vor allem die sumpfige Lage in der Senke und die hohen Kosten für einen barrierefreien Umbau des Spielplatzes ins Feld geführt.

Keinen Hehl macht Winkler aus seiner Überzeugung: "Alleine durch die Größe des Platzes am Lindenweg haben wir mit einer Schließung für lange Zeit Ruhe." Im Haushaltssanierungskonzept hatte sich die Stadt verpflichtet, höchstens 1,3 Quadratmeter Spielplatzfläche pro Einwohner zu behalten. Jährlich wurden deshalb sukzessive Spielplätze geschlossen. Im Gegenzug werden einzelne Spielplätze zu Bezirksspielplätzen ausgebaut.

Marsberger Kieselrot
Kieselrot ist eine Schlacke, die während des Zweiten Weltkriegs bei der Kupfergewinnung anfiel und auf Halden gelagert wurde. Von 1955 bis 1967 wurde sie dort abgebaut und als Belag für Sport- und Spielplätze verkauft. Die Asche enthielt zahlreiche Kohle- und Chlorverbindungen und Dioxine.

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