Spitzel der Polizei überführte Schwerter Dealer

Gerichtsprozess

Einen schwunghaften Marihuana-Handel soll ein Schwerter (24) betrieben haben - und die Drogen sogar einem Kind angeboten haben. Ausgerechnet sein bis dato bester Kunde läutete dann aber den Niedergang ein. Der Käufer war ein Spitzel der Polizei.

Schwerte/Hagen

, 08.12.2017, 18:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Schwerter muss sich vor dem Landgericht Hagen verantworten.

Der Schwerter muss sich vor dem Landgericht Hagen verantworten. © dpa

Seit Freitag muss sich der mutmaßliche Drogenverkäufer, ein 24-jähriger Mann aus Schwerte, vor dem Hagener Landgericht verantworten. Und dass er dort nicht zu Unrecht sitzt, räumte der Angeklagte gleich zu Beginn ein. Komplettes Leugnen hätte angesichts der Spitzel-Geschichte auch keinen großen Sinn gemacht.

Alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft will der 24-Jährige jedoch nicht gestehen. Und dabei handelt es sich um die mit der höchsten Strafandrohung. Laut Anklageschrift soll der Schwerter nämlich im Mai 2016 einem damals zwölfjährigen Jungen Marihuana angeboten haben. Und krasser noch: Angeblich fragte der 24-Jährige den halb so alten „Kunden“ auch noch, ob dieser selbst ein bisschen Geld mit Dealen verdienen wolle.

Polizei durchsuchte Wohnung in Schwerte

Einen weiteren Grund, warum komplettes Bestreiten für diesen Angeklagten keinen Sinn gemacht hätte, förderte eine Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten im August 2017 zutage. Nachdem der Polizeispitzel an mehreren Tagen zum Schein gute Geschäfte mit dem 24-Jährigen gemacht haben soll, hatten die Ermittler schließlich genug in der Hand, um sich mal die Bude des Schwerters anzuschauen. Und siehe da: Fast 200 Gramm Marihuana warteten dort darauf, zum Teil selbst geraucht, zum Teil aber wahrscheinlich auch verkauft zu werden.

Dass in unmittelbarer Nähe der Drogen ein Baseballschläger griffbereit stand, könnte dem Angeklagten nun zusätzlichen Ärger einbringen. Dann nämlich, wenn die Richter am Ende zu der Überzeugung kommen, der 24-Jährige habe einen bewaffneten Drogenhandel betrieben. Die Mindeststrafe dafür beträgt alleine fünf Jahre Haft.

In seiner ersten Erklärung hat der Schwerter jedoch bestritten, dass der Schläger dazu gedacht war, etwaige Probleme mit seinen Kunden zu entschärfen.

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