Spraydosen explodierten, doch viele Rätsel um Brand noch nicht geklärt

mlzFeuer am Beckenkamp

Der Brand Am Beckenkamp, der ein Todesopfer forderte, ist noch nicht abschließend aufgeklärt. Allerdings gibt es schon einige Ermittlungsergebnisse der Brandexperten der Polizei.

Schwerte

, 24.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem rauchgeschwärzten Fenster im ersten Stock sind zum Teil angebrannte Textilien achtlos verstreut. Hosen, Blusen und Decken. Und auch der Brandgeruch liegt noch schwer in der Luft. Doch ansonsten erinnert kaum noch etwas an die Tragödie, die am Donnerstagmittag in der Straße Beckenkamp stattgefunden hat.

Noch am Donnerstagabend waren Experten der Kripo in der Wohnung im Einsatz, sicherten Spuren und versuchten, sich ein Bild von der Lage zu machen. Noch ist der Fall nicht abschließend aufgeklärt. Vor allem gibt es noch keinen Aufschluss über die Brandursache.

Vor dem Haus lag vieles, was bei den Löscharbeiten schnell aus der Gefahrenzone gebracht werden musste.

Vor dem Haus lag vieles, was bei den Löscharbeiten schnell aus der Gefahrenzone gebracht werden musste. © Heiko Mühlbauer

Doch einiges weiß man bereits. Entgegen der Aussagen einiger Nachbarn, verfügen die Wohnungen Am Beckenkamp doch über Gas-Etagenheizungen. Zunächst war von Ölheizungen die Rede. Dennoch sei davon auszugehen, dass die nichts mit dem Brand zu tun habe. „Im Raum mit der Gastherme wurden nur wenige Brandspuren gefunden“, so Polizeisprecher Bernd Pentrop. Die größten Brandschäden seien im Schlafzimmer zu finden.

Identität des Opfers offiziell noch nicht geklärt

Offiziell kann die Polizei bislang allerdings noch nicht einmal die Identität des Opfers bestimmen. Durch den Brand sei dies nur noch per Obduktion zu machen, hieß es. Die Obduktion soll auch Aufschluss über die Todesursache geben. Überhaupt fehlen noch einige Puzzlesteine, um den Hergang des Donnerstagvormittag in der Wohnung zu ermitteln.

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So ist neben der ursprünglichen Wohnungsinhaberin noch ein weiterer Mieter in der Wohnung gemeldet. Nachbarn berichteten, es habe sich um den Lebensgefährten der Frau gehandelt. Zunächst hatte man vermutet, dass auch er zur Brandzeit in der Wohnung gewesen sei. Das bestätigte sich aber nicht.

Knallgeräusche stammten vermutlich von Sprayflaschen

Das Feuer war am Vormittag ausgebrochen, die Brandmeldung um kurz vor 12 Uhr bei der Feuerwehr eingegangen. Dabei hatte es mehrere laute Knallgeräusche gegeben. Nachbarn sprachen auch von Hilfeschreien. Die stammten aber vermutlich nicht vom Brandopfer, sondern von anderen Nachbarn.

Die Knallgeräusche sind nach den ersten Ermittlungen wohl explodierenden Sprayflaschen, die im Zimmer gefunden wurden, zuzuordnen. Das würde nicht nur die Verpuffungen erklären, sondern auch erklären, warum Scherben des Fensters im weiten Umkreis verteilt wurden. Bis zu 15 Meter entfernt vom Haus wurden noch Splitter gefunden.

Hinter dieser Fensteröffnung am Beckenkamp starb am Donnerstag eine Frau.

Hinter dieser Fensteröffnung am Beckenkamp starb am Donnerstag eine Frau. © Heiko Mühlbauer

Wohnungsinhaberin ging nicht mehr vor die Tür

Die Wohnungsinhaberin sei zuletzt nicht mehr vor die Tür gegangen, so die Ermittlungsergebnisse der Polizei. Und auch Nachbarn berichteten am Mittwoch davon, dass die Frau kaum gehen konnte.

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