Sprengung des Zigarettenautomaten an der Kutscherstube reißt Nachbarn aus dem Schlaf

mlzKriminalität in Schwerte

Nach den Geldautomaten wurde jetzt ein Zigarettenautomat im Gänsewinkel zum Ziel von Kriminellen. Anders als in den Banken werde dabei aber meist kein Gas verwendet, sagt die Polizei.

Schwerte

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der gewaltige Knall mitten in der Nacht riss Anwohner der Gotenstraße aus dem Schlaf. Zwischen 3 und 4 Uhr sprengten bislang unbekannte Täter den Zigarettenautomaten neben dem Parkplatz des Restaurants Kutscherstube an der Gotenstraße, wie Polizeisprecher Thomas Röwekamp auf Anfrage berichtet. Sie hätten Bargeld entwendet, während zumindest ein Teil der Zigarettenpackungen noch herumgelegen hätte. Zur Höhe der Beute gab es noch keine Angaben. „Ich weiß nicht, wie häufig die Automaten geleert werden“, sagt Röwekamp. Ansonsten muss sich schon einiges in dem Gerät ansammeln können, wenn für die Packungen - wie auf dem Gehäuse zu lesen - inzwischen zwischen 6 und 9 Euro eingeworfen werden müssen. Deswegen schlucken die Einwurfschlitze mittlerweile auch Geldscheine.

Meistens verwenden die Täter Knallkörper wie „Polenböller“

„Am Morgen waren keine Zigaretten mehr da“, sagt Anwohner Hartmut Wiegandt, der vor dem Ort der Zerstörung steht. Die massive Blechtür der Vorderfront ist aufgebeult und aufgesprungen, ein Scharnier zerrissen. Kabel hängen herab. Das Innenleben des Gerätes steht auf dem Bürgersteig inmitten von Plastikscherben, die von irgendwelchen Abdeckungen zu sein scheinen. Daneben im Gras liegt ein Kunststoffröhrchen, das wie eine Patrone aussieht.

Sprengung des Zigarettenautomaten an der Kutscherstube reißt Nachbarn aus dem Schlaf

Die massive Blechtür des Zigarettenautomaten wurde durch die Explosion verbeult und aufgerissen. © Reinhard Schmitz

Wie sprengen Kriminelle eigentlich Zigarettenautomaten? Versuchen sie es - ähnlich wie jüngst in den Sparkassenfilialen in Westhofen und Ergste sowie bei dem gescheiterten Überfall auf die Commerzbank - mit Gas? „Eher nicht“, sagt Polizeisprecher Röwekamp. Meistens würden große Knallkörper verwendet, die unter dem Begriff „Polenböller“ berüchtigt sind.

Anwohner: „Das war wie eine Detonation“

Die Wirkung muss jedenfalls gewaltig gewesen sein. „Das war wie eine Detonation“, berichtet Wiegandt: „Und einen Blitz gab das.“ Der Anwohner war jedenfalls auf der Stelle wach. Er blieb nicht allein. „Das war als also der Knall heute Nacht“, sagt Nachbarn Tobias Loks, als er seinen schwarzen Seat abbremst und auf den zerborstenen Automaten schaut: „Ich dachte erst, die Kinder wären aus dem Bett gefallen oder es hätte jemand die Tür eingetreten.“

Die Nachbarn alarmierten die Polizei. „Das kann nicht so bleiben“, sagt Hartmut Wiegandt und zeigt auf die frei liegenden Stromkabel, die für Kinder zu einer Gefahr werden könnten. Außerdem: „Es müssen doch mal Fingerabdrücke genommen werden und sowas alles.“

In anderen Städten des Kreises sind Automatensprenger aktuell nicht aufgefallen. Vor einem halben Jahr hörte Polizeisprecher Röwekamp mal von einem Fall im Nordkreis Unna. Eine Serie scheint es nicht: „Das kommt immer mal wieder vor.“

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