Ärzte empfehlen vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem die Grippe-Impfung. © picture alliance/dpa
Influenza

Spritze gegen Grippe: Für bestimmte Patienten in Schwerte ist der Impfstoff knapp

Im Herbst tauchen die ersten Grippe-Fälle auf, auch mit schweren Verläufen. Deswegen rät die Stiko zur Impfung. Die Nachfrage in Schwerte ist groß: Gibt es genügend Impfstoff für alle?

Der Herbst bringt die Erkältungs- und Grippewelle nach Schwerte: „Die Leute waren viel mit Corona beschäftigt, viel zu Hause. Dieses Jahr müssen wir mit mehr Influenza-Fällen rechnen“, sagt Hausarzt Theodor Spanke.

Gibt es genügend Grippe-Impfstoff für Schwerte?

Die Nachfrage nach Grippeschutzimpfungen sei in diesem Jahr deutlich stärker als im letzten, so Spanke, der seit Mitte September bei seinen Patientinnen und Patienten nicht nur den Impfpieks gegen Corona setzt, sondern auch gegen die Grippe.

Mittlerweile rät die Ständige Impfkommission, kurz Stiko, zur Doppelimpfung. Denn beide Krankheiten können schwere Verläufe haben. Der Schwerter Hausarzt rät vor allem Risikopatienten und Älteren mit geschwächtem Immunsystem zur Impfung. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Gibt es in Arztpraxen und Apotheken genügend Grippe-Impfstoff für alle?

„Knappheit ist bei uns kein Thema mehr. Impfstoff ist für alle verfügbar – auch der Hochdosierte“, sagt Theodor Spanke. Hiermit nimmt er Bezug auf eine weitere Empfehlung der Stiko: Personen ab 60 Jahren sollen im Herbst mit einem Hochdosis-Impfstoff gegen Grippe geimpft werden. Es gebe eine geringfügige, aber signifikante Überlegenheit der Impfeffektivität, heißt es vonseiten der Stiko.

Hochdosis-Impfstoff: „Empfehlung kam für die Bestellung zu spät“

„Die Empfehlung kam für die Bestellung zu spät“, sagt indes Apothekerin Sarah Doll. Am Anfang des Jahres geben die Apotheken ihre Bestellmengen bei den Lieferanten in Auftrag. Generell habe sie mehr Grippe-Impfstoff geordert und dieser sei auch verfügbar, der Hochdosierte ist in der Apotheke am Rathaus allerdings nicht vorrätig.

„Wir hoffen, den Stärkeren noch zu bekommen. Nachzubestellen ist aber immer schwierig.“ Privatpatienten, die ihren Impfstoff nicht beim Arzt, sondern in der Apotheke bekommen, gehen nun leer aus.

Sarah Doll, Inhaberin der Rathaus-Apotheke, hat mehr Grippe-Impfstoff für dieses Jahr bestellt - aber nicht alles ist vorrätig.
Sarah Doll (r.), Inhaberin der Rathaus-Apotheke, hat mehr Grippe-Impfstoff für dieses Jahr bestellt – aber nicht alles ist vorrätig. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Ich bestelle immer kurz vor knapp. In dem Fall war das ein Vorteil“, sagt Apothekerin Heike Nickolay. Die Bestelllisten der Ärzte, die sie beliefert, konnten noch überarbeitet werden. Allerdings sei es für Privatpatienten auch in der St. Viktor Apotheke kniffelig, den Hochdosis-Impfstoff zu bekommen: „Eine Handvoll Patienten stehen auf der Warteliste.“

Sie ist aber zuversichtlich, dass die Privatpatienten von der Warteliste ihren Impfstoff auch bald bekommen. In den nächsten Wochen soll die zweite Ladung der bestellten Ware kommen.

„Gerade im Hinblick auf die Pandemie ist das Thema Schutzimpfung ein großes und wichtiges. Deswegen haben wir vorausschauend bestellt“, sagt Apotheker Bernd Dietmar Graf, Inhaber der Aesculap Apotheke. Der Hochdosis-Impfstoff ist in der Schwerter Apotheke verfügbar und nächste Woche (ab dem 18.10.) soll wieder neue Ware eintreffen.

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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