Das Konzept der „Netten Toilette“ hat sich in Schwerte bislang nicht durchgesetzt. Dabei gibt es Befürworter. © picture alliance/dpa
Öffentliche Toiletten

Stadt Schwerte verspricht neue City-Toilette – aber wann soll die kommen?

Das Konzept der „Netten Toilette“ ist bislang vom Rat der Stadt Schwerte abgelehnt worden. Stattdessen soll es eine neue City-Toilette geben. Viel zu kompliziert, findet eine Bürgerin.

Die „Nette Toilette“ für Schwerte war zuletzt Ende 2019 in der Diskussion. Die SPD hatte das Konzept erneut auf den Tisch gebracht. Doch letztlich entschied sich die Mehrheit der Politiker im Rat der Stadt Schwerte gegen das Konzept.

Der Grund: Es sei nicht umsetzbar, weil zwar ein Großteil der Gastronomen die „stillen Örtchen“ zur Verfügung stellen würden, die meisten Schwerter Ladenbetreiber jedoch nicht.

Schließlich liegen zwischen den Toiletten und den Verkaufsräumen oft die Lagerräume der Geschäfte. Laut der Beschreibung auf der „Nette Toilette“-Homepage wäre es allerdings nicht unbedingt notwendig, dass auch die Toiletten der Geschäfte für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Dort ist vor allem von Gastronomen die Rede, die ihre Toiletten auch Nicht-Gästen kostenlos zur Verfügung stellen können und dafür von der Stadt bei der Pflege der Räumlichkeiten finanziell unterstützt werden.

„Nette Toilette“ wird wohl nicht kommen

„Dieses System, das vorhandene Toiletten in der Gastronomie oder der Bücherei gegen ein durch die Stadt gezahltes Entgelt zur Verfügung gestellt werden, ist in meinen Augen so simpel wie klasse“, schreibt eine Schwerterin, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte, an die Redaktion.

Zumal es in der Stadt derzeit nicht viele öffentliche sowie nur wenige kostenlose Toiletten gebe und die City-Toilette am Bahnhof ständig kaputt sei. Die einfachste und kostengünstigste Lösung sei ihrer Meinung nach das Konzept der „Netten Toilette“, so die Schwerterin.

Schließlich sei ein dichtes Netz an öffentlichen und kostenlos zugänglichen Toiletten gerade für ältere Menschen und kleine Kinder wichtig, aber oft auch in Notfällen sinnvoll. Sie wünsche sich deshalb ein Umdenken in der hiesigen Politik.

Das scheint es allerdings derzeit nicht zu geben. Auf Anfrage dieser Redaktion teilt Stadt-Pressesprecher Ingo Rous mit: „Das Projekt ‚Nette Toilette‘ hat in Schwerte 2019 keine politische Mehrheit gefunden. Die Stadt verfolgt dieses Projekt nicht und wird auch nicht initiativ werden.“

Bürgerinitiative könnte helfen

Die Bürger müssten also selbst die Initiative ergreifen und aktiv werden, wenn sie das Konzept der „Netten Toilette“ wieder in die Politik bringen möchten.

Die Stadt verfolgt indes alternativ den Plan einer weiteren City-Toilette, die laut Berechnungen der CDU am besten auf dem Postplatz zu positionieren wäre und barrierefrei sein sollte. Denn das ist die City-Toilette auf dem Bahnhofs-Vorplatz nicht, die derzeit erneut wegen Reparatur-Arbeiten geschlossen ist.

Während das Konzept der „Netten Toilette“ kaum Befürworter fand, hielt die Mehrheit des Rates bereits Ende 2019 eine neue City-Toilette für sinnvoll – unabhängig von ihrer endgültigen Position.

Wann das Projekt in Angriff genommen wird und wo die Toilette stehen soll, ist jedoch bis heute nicht öffentlich kommuniziert worden. „Die Stadt hat das Thema auf der Agenda“, sagt Ingo Rous. „Details lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht nennen.“

Über die Autorin
Redakteurin für Schwerte und den Dortmunder Süden
Redakteurin, davor Studium der angewandten Sprachwissenschaften in Dortmund und Bochum. Sportbegeistert und vor allem tänzerisch unterwegs.
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Carolin West

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