Das orange Gerät, vorne am Bagger, mit dem die Bäume gefällt wurden, heißt Woodcracker. Und genauso sieht auch das Ergebnis der Gehölzpflege aus. © Holger Bergmann
Bäume abgeholzt

Stadt Schwerte will auch andere Baumfällungen von Straßen NRW rechtlich prüfen

Der Kahlschlag an der Hagener Straße war nicht rechtens. Ein Gutachter ermittelt den Schaden. Jetzt handelt die Stadt konsequent – und lässt auch eine andere Fällaktion überprüfen.

60 bis 80 städtische Bäume hat der Landesbetrieb Straßen NRW an der Hagener Straße fällen lassen. Dass dies nicht erlaubt war, ist klar. Doch auch an anderen Stellen wird jetzt geprüft, ob die Rodungen des Landesbetriebs tatsächlich erlaubt waren.

Wie berichtet, wurden auch im Bereich der Wannebachstraße von Straßen NRW Gehölzarbeiten vorgenommen. Und auch dort sieht es nicht anders aus. Auf jeweils rund 100 Metern blieb links und rechts der Straße an der Böschung nichts stehen. Die Bäume liegen jetzt am Straßenrand. Das Bild unterscheidet sich kaum von dem an der Hagener Straße.

An der Hagener Straße lagen die Bäume am Dienstag noch am Straßenrand. Sie sollen aber bald abtransportiert werden.
An der Hagener Straße lagen die Bäume am Dienstag noch am Straßenrand. Sie sollen aber bald abtransportiert werden. © Holger Bergmann © Holger Bergmann

Grundstück an der Wannebachstraße gehört nicht der Stadt

Das Grundstück dort gehört allerdings dem Land. „Aber wir haben noch nicht geprüft, ob die Bäume da weg durften“, so Stadtplaner Christian Vöcks auf Anfrage von CDU-Ratsherr Guntram Nies-von Colson. Denn die Stadt Schwerte hat eine Baumschutzsatzung, an die sei auch der Landesbetrieb gebunden. Man könne nicht ohne Absprache so einfach Bäume für die Verkehrssicherheit fällen.

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Baumfällungen an der Hagener Straße in Schwerte

Bislang herrschte immer Einverständnis

Bislang habe man aber immer mit dem Landesbetrieb Straßen NRW Einverständnis erzielt. Der Landesbetrieb melde seine Aktionen normalerweise beim Städtischen Bauhof an und spreche sie ab. Warum das im Fall Hagener Straße nicht geklappt hat, wisse er nicht. Im Übrigen sei an der Wannebachstraße dieselbe Firma wie an der an der Hagener Straße im Einsatz gewesen.

Die Pflegeaktion sei ein echter Kahlschlag gewesen, so Stadtplaner Vöcks: 60 bis 80 städtischen Bäume wurden abgesägt. „Die waren unser Eigentum und geschützt durch die Baumschutzsatzung“, so Vöcks. Deshalb hat die Stadt auch keinen Zweifel an der Schuldfrage.

Der Gutachter wurde auf Kosten des Landesbetriebs eingesetzt. Er habe den ökologischen und ökonomischen Schaden zu ermitteln. Die Stadt erwarte Aufforstung und Geld. Der Gutachter ist mit seiner Schadensaufnahme schon durch. Die Bäume würden in naher Zukunft abtransportiert. Das Ergebnis des Gutachtens liege in zwei bis drei Wochen vor.

Auch an anderer Stelle rodete der Landesbetrieb

Doch nicht nur an der Hagener Straße und an der Wannebachstraße waren die Rodungstrupps des Landesbetriebs unterwegs. Auch auf der südlichen Seite der Ruhrtalstraße im Bereich der Autobahnauffahrt sägte Straßen NRW am Samstag (28.11.) Bäume um.

Auch an der Ruhrtalstraße mussten reichlich Bäume weichen.
Auch an der Ruhrtalstraße mussten reichlich Bäume weichen. © Holger Bergmann © Holger Bergmann

Optisch hinterlässt die Aktion denselben Eindruck. „Aber in diesem Fall handelt es sich um ein Grundstück des Bundes und die Aktion war auch mit der Stadt abgesprochen“, so Stadtsprecher Ingo Rous am Dienstag (1.12.) auf Anfrage der Redaktion.

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Redaktion Schwerte
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Heiko Mühlbauer

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