Stadt zählt grüne Vermögenswerte - Bäume werden elektronisch erfasst

Kataster

SCHWERTE Am Bürgersteig stehen rund 2,8 Mio. Euro der Stadt Schwerte. Vorsichtig geschätzt. Denn welchen Vermögenswert die Straßenbäume exakt ausmachen, weiß der Kämmerer erst, wenn das neue elektronische Baumkataster fertig gestellt ist.

von Von Reinhard Schmitz

, 26.11.2009, 16:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kai Vetter (l.) misst den Stammumfang des Baumes am Technopark, den Baumpfleger Ralf Urban in seinen mobilen Rechner eintippt.

Kai Vetter (l.) misst den Stammumfang des Baumes am Technopark, den Baumpfleger Ralf Urban in seinen mobilen Rechner eintippt.

Um das zu ändern, zieht er zwei Wochen mit Baumpfleger Ralf Urban von Straße zu Straße. Mit einem mobilen Rechner – in schlag- und spritzwasserfester Ausführung – tragen sie jeden einzelnen Baum in eine Art Google-Earth-Karte ein. Markiert mit den unbestechlichen Koordinaten des Geo-Informationssystems GPS, das sonst Autofahrer zu ihrem Ziel navigiert. „Grundlage ist das automatisierte Liegenschaftskataster“, erklärt Vetter. Nach Antippen des Bildschirms verrät es, ob ein Baum auf einem städtischen Gelände wächst oder nicht. Gleichzeitig öffnet sich in ein Fragenkatalog, in den Straße, Baumumfang oder -höhe eingetragen werden. Dabei helfen Opas Maßband und demnächst ein Laser-Höhenmessgerät. Nur die Bestimmung der Baumart ist –  ohne Blattwerk – eine Expertenaufgabe. „Die muss man schon erkennen“, lacht Vetter.

Block und Bleistift kann er im Büro lassen, seit Axel Woderich in der städtischen IT-Abteilung die mobile Datenerfassung erdacht hat. Innerhalb der nächsten Monate füllt sie eine Datenbank, die später auch Auskunft über Pflegemaßnahmen gibt und so die halbjährliche Baumkontrolle erleichtert. Gleichzeitig wird die Forderung des 2007 eingeführten Kommunalen Finanzmanagements erfüllt, alle städtischen Vermögenswerte zu erfassen. Auch wenn die Bäume trotz leerer Kassen nicht an Sägewerke und Papierfabriken verkauft werden sollen.

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