Streit um Stadtpark in Schwerte - das sagt die Stadtparkszene selbst

mlzStadtpark in Schwerte

Die Dauergäste des Stadtparks fühlen sich ungerecht behandelt. Sie würden weder wild pinkeln noch Müll hinterlassen. Und statt eines Zauns haben sie einen anderen Vorschlag.

Schwerte

, 05.07.2019 / Lesedauer: 3 min

„Wir sind das nicht. Wir machen unseren Dreck regelmäßig selbst weg.“ Wie zur Bekräftigung greifen die Männer im Stadtpark wieder zu Hacke und Harke und machen den Boden rund um „ihre“ Bank sauber. Dass genau diese Bank den Vordergrund gebildet hat für das Foto im RN-Bericht über den geplanten Sichtschutz und die Erhöhung der Zäune zwischen Stadtpark und Friedrich-Kayser-Schule hat die Männer geärgert.

Und dass sie immer wieder herhalten müssen für das abschreckende Bild der „Wildpinkler“, die ohne Rücksicht auf die Schulkinder ihre Notdurft in Schulhofnähe verrichten. „Wir gehen doch immer im Rathaus am Stadtpark zur Toilette“, sagt Peter und stößt mit dieser Aussage auf bekräftigendes Nicken. Wenn das Rathaus geschlossen werde, seien sie gar nicht mehr da.

Es seien Mitglieder anderer Gruppen, die stets negativ und durch schlechtes Benehmen auffielen.

„Ewig machen wir den Dreck von anderen weg“

„Wir kennen einen, der macht das ganz bewusst und extra“, berichtet David Niggeloh und knibbelt einen weiteren Kronkorken aus dem Boden neben der Bank. „Wir haben leider keinen Einfluss auf jeden, der sich hier im Stdtpark aufhält. Manche sind einfach beratungsresistent.“ Dass alle Dauergäste des Stadtparks über einen Kamm geschoren werden, ärgert die Clique.

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„Wenn wir weg sind“, sagt Peter, „kommen außerdem andere. Für deren Hinterlassenschaften werden wir dann verantwortlich gemacht.“ So würden sich oftmals abends Jugendliche im Stadtpark treffen, die ihr Zeug einfach liegen ließen. „Wenn ich dann morgens komme, muss ich erstmal aufräumen, bevor ich mich hier hinsetze.“

Am liebsten würden sie sich selbst eine Bude im Stadtpark bauen

Dass für die Bänke vor dem Schulhof ein neue Position gesucht wird, ist für die Clique in Ordnung. Noch lieber wäre David, Peter und seinen Kumpeln allerdings, wenn sie einen Platz bekommen würden, an denen niemand mehr an ihnen Anstoß nehmen würde. David Niggeloh: „Die sollen uns doch einfach eine Bude hinstellen, ein paar Bänke rein, und gut is‘.“

Seine Mitstreiter gehen sogar noch einen Schritt weiter: „Bringt uns das Material, und wir bauen uns die Bude selbst. Das kriegen wir wohl hin.“ Die Kollegen pflichten ihm bei. Sie zeigen in Richtung Beckestraße. Dorthin, am Ende des Parks vor der Turnhalle, würden sie sich freiwillig in ihre Bude zurückziehen. „Hauptsache, wir könnten uns auch bei Regen hier treffen.“

Und gebetsmühlenartig wiederholen sie, dass niemand vor ihnen Angst haben müsse. Ganz im Gegenteil: „Wir haben guten Kontakt zu allen Stadtparkbesuchern, besonders zu den Bewohnern des Seniorenheims.“

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