Stahlwerk hat Zukunft

ERGSTE Nach dem Zittern kommt das Aufatmen beim Stahlwerk Ergste Westig: Die Zapp-Gruppe wird in Schwerte und Unna 90 Millionen Euro investieren. Die Beschäftigung der rund 450 Mitarbeiter in Ergste ist damit vorerst gesichert.

von Von Jürgen Koers

, 12.09.2007, 18:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Mit dem Zuschlag für den Standort Ergste sind die Beschäftigungsperspektiven der rund 450 Mitarbeiter für die nächsten fünf Jahre gesichert. Neubauer</p>

<p>Mit dem Zuschlag für den Standort Ergste sind die Beschäftigungsperspektiven der rund 450 Mitarbeiter für die nächsten fünf Jahre gesichert. Neubauer</p>

"Die Gesamtvereinbarung betrifft einen Zeitraum von fünf Jahren und schließt betriebsbedingte Kündigungen aus", lautet die gute Kunde von Geschäftsführer Dr. Stefan Seng für seine Belegschaft nach der gestrigen Aufsichtsratssitzung in Unna.

Wie berichtet, hatten die Arbeitnehmer einer jährlichen Mehrarbeit von 143 Stunden (inklusive 33 Stunden Qualifizierungsmaßnahmen) zugestimmt und damit wohl den Weg frei gemacht für das Ja zur Produktion in Deutschland. Eine Verlagerung ins Ausland steht jedenfalls nicht mehr zur Diskussion. Durch die gemeinsame Kraftanstrengung würden die Kostennachteile der hiesigen Standorte ausgeglichen, heißt es aus der Unternehmensführung.

Walzwerk

Zudem wird grundlegend modernisiert: Ein neues Walzwerk macht den größten Teil des 90-Millionen-Batzens aus. Es wird dem Vernehmen nach allerdings in Unna aufgestellt. Hinzu kommen Glühanlagen für Bänder und Drähte sowie Ziehanlagen. "Mit automatisierter Verpackung und verbessertem Materialfluss" will Seng die Effizienz im Betrieb steigern. Dazu gehören auch längere Maschinenlaufzeiten.

Was an welchem Standort umgesetzt wird und ob zur Umstrukturierung auch die Verlegung von Arbeitsplätzen gehört, "das muss die technische Detailplanung ergeben", erklärt Seng.

"Wir erwarten neben der Arbeitsplatzsicherheit auch zusätzliche Beschäftigung. Schließlich finanzieren die Arbeitnehmer auch ein Stück der Investition mit", hofft Gewerkschaftssekretär Werner Voßeler von der IG Metall auf neue Jobs in Ergste und Unna. Zumindest sei die Perspektive nach der Entscheidung von Eigentümern und Unternehmensführung eine weitaus bessere.

Bis die Änderungen des Tarifvertrages unter Dach und Fach seien, gelte es noch Details zu klären, sagt Voßeler. "Doch diese Details sind auch große Brocken", spielt er auf die mit Herzblut geführte Diskussion der Mitarbeiter an.

37,5-Stunden-Woche

Die hatten über ihre Eingeständnisse in gleich zwei längeren Sitzungen mit Herzblut debattiert und gefragt, warum sie statt 35 Stunden nun 37,5 Stunden pro Woche arbeiten sollten, obwohl das Unternehmen doch floriere und die aktuelle Wirtschaftslage nur als gut zu bezeichnenen ist.

Im Laufe des kommenden Jahres will die Zapp-Gruppe mit den umfangreichen Investitionsmaßnahmen beginnen.

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