Sternstunde mit Preisträger Motoi Kawashima

SCHWERTE In der Konzertreihe „Sternstunden am Bösendorfer“ der Konzertgesellschaft Schwerte und der Rohrmeisterei präsentierte sich am Sonntagvormittag der junge Pianist Motoi Kawashima dem Publikum.

von Von Melanie Schwuchow

, 03.09.2007, 15:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schubert-Preisträger Motoi Kawashima bgeisterte das Publikum.

Schubert-Preisträger Motoi Kawashima bgeisterte das Publikum.

Diesem ist er noch in guter Erinnerung, denn zu seinen jüngsten Erfolgen zählt der Gewinn des 1. Preises beim Internationalen Schubert-Wettbewerb Dortmund im September 2005.

Besondere Anforderungen an den Pianisten

So war der große Saal der Rohrmeisterei auch gefüllt, als Kawashima mit der Chaconne von J.S.Bach das Konzert eröffnete. Ursprünglich für Gitarre, bzw. Laute komponiert, stellt die Bearbeitung von Ferruccio Busoni besondere Anforderungen an den Pianisten. Zarte Cantilenen wechseln mit schnellen, rhythmischen Passagen von fast orchestralem Klang.

Transparenz in der Stimmführung

Kawashimas Interpretation dieses Werkes lebt von der Transparenz in der Stimmführung, den wunderbaren Spannungsbögen und seiner technischen Brillanz. Mit der Sonate Nr. 3, fis-moll, op.23 von Alexander Skrjabin wurden düstere Klänge in den Mittelpunkt gerückt. Als Frühwerk des Komponisten, noch von traditioneller Tonalität geprägt, beinhaltet es doch schon Skrjabins Programm, welches sein ganzes Oeuvre durchzieht: Die freie ungezähmte Seele wird durch die Dunkelheit ins Licht geführt. In dieser Sonate gelingt dies nicht. In einem ekstatischen Presto con fuoco stürzt sie in die Dunkelheit zurück. Kawashima verleiht dem Stück durch seine sensible Art die nötige Tiefe.

Zu Recht Preisträger

Schöne Tempi in den schnellen Sätzen und behutsame Ruhe im Andante lassen die besonderen Klänge und Stimmungen entstehen, die Skrjabins Musik auszeichnet. Mit dem letzten Stück des Konzertes bewies der aufstrebende Pianist, dass er zu Recht Preisträger des Schubert-Wettbewerbs ist. Auf dem Programm stand die Sonate c-moll D 958 von Franz Schubert. In der „Schicksals-Tonart“ geschrieben, beginnt die Sonate auch mit einem schwermütigen Allegro.

Stehende Ovationen

Die hoffnungsvolle Hymne im zweiten Satz, sowie auch das beinahe fröhliche Menuetto werden immer wieder von bedeutungsschweren Passagen durchbrochen. Ruhelosigkeit charakterisiert den letzten Satz. Mit Kawashimas Technik und seinem Gespür für Klänge auf diesem Instrument wurde die Sonate zu einem musikalischen Erlebnis. Erst nach einer Zugabe und mit stehenden Ovationen entließ das Publikum den Virtuosen.

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