Streetfood-Markt Organisator Jan Holtmann hat am Stand von Ocean's Craft Fisch im Angebot - zum Beispiel den Burger mit Garnelen in Senf-Sauce. © Aileen Kierstein
Streetfood-Markt im Park

Streetfood-Saison abgeblasen: „Es gibt keine Lösung, die funktioniert“

Keine Wraps, keine Burger, kein Beisammensein im Stadtpark: 2020 läuft in Schwerte ohne Streetfood ab. Jan Holtmann erklärt, warum es viele Lösungen gibt, aber keine einzige Sinn ergibt.

Nach vielen Überlegungen macht Jan Holtmann dingfest, was eigentlich schon länger im Raum stand: In diesem Jahr wird kein Streetfood-Markt mehr in Schwerte stattfinden.

Bis Ende Oktober sind alle Großveranstaltungen verboten – und mit dem Monat endet für gewöhnlich auch die Streetfood-Saison in Schwerte. Verschieben geht also nicht.

Was stattdessen ginge: „Man müsste einen Bauzaun beschaffen, den Stadtpark einzäunen und einen Security-Dienst engagieren, der dafür sorgt, dass nicht mehr als 1000 Leute auf dem Gelände sind“, erklärt der Streetfood-Markt-Organisator. Mit dem Gedanken habe er gespielt, alles durchgerechnet, verschiedene Dienstleister angefragt. Aber: „Das macht alles keinen Sinn. Wenn wir die Auflagen einhalten wollen, explodieren die Kosten.“

Angst vor der Ansteckung: Wie viele Leute kämen überhaupt?

Und das habe er bei allen Lösungen feststellen müssen. Sein Fazit: „Egal, wie man es rechnet, von vorne bis hinten. Es läuft einfach nicht.“ Und deswegen habe er sich schließlich für die Absage entschieden.

Hinzu komme ja auch immer die Überlegung, wie viele Schwerter überhaupt zum Markt wollen. „Wie gut ist der Markt dann überhaupt besucht, wenn die Leute nicht wissen, ob es ein Ansteckungsrisiko gibt? Oder ob sie sorgenfrei ihre Mahlzeiten zu sich nehmen können?“ – Das sei auch eine wichtige Überlegung gewesen.

Beispiele aus anderen Städten hätten nämlich gezeigt: Selbst, wenn ein Streetfood-Markt stattfindet, erfolgreich ist er nicht automatisch.

Eine einzige Ansteckung und der Ruf des Marktes wäre ruiniert

Und dann bliebe immer noch die alles dominierende Befürchtung: „Selbst wenn wir alle Auflagen einhalten, die Besucher auf Abstände und die Maskenpflicht achten, wenn ein Sicherheitsdienst all das kontrolliert – was, wenn es doch eine Ansteckung gibt? Dann schaden wir der Veranstaltung dauerhaft“, fasst Holtmann zusammen. Dann komme ich nächsten Jahr kaum noch jemand. Und das ist ein Risiko, das er schlichtweg nicht eingehen wolle.

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Das sind die Händler auf dem Streetfood-Markt

Also warte man bis 2021, wenn sich Theorie und Praxis hoffentlich wieder vereinbaren lassen. Doch dann – das weiß Holtmann sicher – müsse es allgemeine Lockerungen auf höherer Ebene geben. Auch, um den Menschen die Unsicherheit zu nehmen. Der Druck sei so groß, niemand wolle gerade riskieren, einen Patzer zu machen.

„Nach dem Streetfood ist vor dem Streetfood“

Was bleibt, ist also die Vorfreude auf die kommende Saison. „Nach dem Streetfood ist vor dem Streetfood“, sagt Holtmann. Hoffentlich. Denn langsam aber sicher werde es auch knapp für die Händler. Von manchen wüsste er, dass sie ihre Foodtrucks schon abgemeldet haben und sich nur mit gelegentlichen Catering-Aufträgen über Wasser halten können. „Wir sind also alle hinterher, dass es schnellstmöglich weitergeht.“

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Aileen Kierstein

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