Von der Lichtanlage des Dortmunder Clubs „Daddy Blatzheim“ schwärmen viele Partygänger. Nach dessen Schließung werden Teile der aufwendigen Technik einen Saal in Schwerte aufpeppen. © Archiv
Freischütz Schwerte

Teile vom Club „Daddy Blatzheim“ werden bald in Schwerte weiterleben

Es war ein Schock für das Partyvolk, als bekannt wurde, dass der Dortmunder Kult-Club „Daddy Blatzheim“ im Westfalenpark schließt. Ein Teil von ihm lebt bald im Freischütz weiter.

Die Wehmut unter Partygängern ist groß. „Da hab‘ ich schon gefeiert – und meine Kinder auch“, sagte eine Schwerterin, als sie erfuhr, dass der Kult-Club „Daddy Blatzheim“ im Dortmunder Westfalenpark vor der Schließung steht.

Doch ein Teil des Treffpunkts, den so viele mit unvergesslichen Nächten verbinden, wird weiterleben. Nicht in Dortmund, sondern jenseits der Stadtgrenze in Schwerte.

Saal des Freischütz wird technisch aufgepeppt

„Teile der Lichtanlage von Daddy Blatzheim werden im Freischützsaal verbaut“, verrät Philip Winterkamp von der Muto Heimatgastronomie, zu deren Tätigkeitsfeld beide Einrichtungen gehören.

Den Freischütz, das traditionsreiche Restaurant am Schwerter Wald, hatte der neue Betreiber zum Jahreswechsel übernommen und kräftig investiert. Es wurde entkernt und umgebaut. Jetzt will man noch den historischen Festssaal „technisch aufpeppen“.

Die letzte Großveranstaltung, die dort vor der Coronakrise über die Bühne gegangen ist, war der Politische Aschermittwoch der NRW-SPD. 600 Gäste beklatschten Hauptredner Norbert Walter-Borjans minutenlang im Stehen. Kurz darauf trafen die Corona-Beschränkungen die gesamte Gastronomie mit Wucht.

Die letzte Großveranstaltung im Freischützsaal vor Corona war der Politische Aschermittwoch der SPD Westfalen mit 600 Gästen.
Die letzte Großveranstaltung im Freischützsaal vor Corona war der Politische Aschermittwoch der SPD Westfalen mit 600 Gästen. © Reinhard Schmitz (A) © Reinhard Schmitz (A)

Doch Philip Winterkamp steckt den Kopf nicht in den Sand. Während die Corona-Bestimmungen im Land allmählich gelockert werden, sind Ideen gefragt. Und an denen mangelt es dem neuen Freischütz-Betreiber nicht. Sein Plan: „Hybrid-Veranstaltungen“, die unter Einhaltung aller Corona-Regeln mit einer beschränkten Besucherzahl im Saal stattfinden und per Video-Stream als Verlängerung ins Internet gestreamt werden.

Für einen Kreis für Geschäftskunden, aber auch für die Öffentlichkeit sei das denkbar. „Das könnten Konzerte sein, Kleinkunst-Veranstaltungen, Lesungen, Kabarett oder Kinderprogramm“, zählt der Gastronom auf.

Es gebe Möglichkeiten, das dann im Internet gegen Bezahlung anzuschauen. Oder in anderen Fällen vielleicht sogar frei.

Erster Versuch mit einem Online-Gintasting

Einen Versuchsballon hat Philip Winterkamp schon steigen lassen. In der Bar „Balke“ in Dortmund, das seine Muto Heimatgastronomie ebenfalls betreibt, habe man ein Online-Gintasting veranstaltet.

Die Ginproben wurden zu den Teilnehmern nach Hause geliefert, die Erläuterungen vom Barkeeper gab es online dazu. Natürlich müsse man vorher mit den Ordnungsbehörden besprechen, was möglich ist, weiß Philip Winterkamp.

Und dann gebe es noch eine weitere Frage: „Was traut sich der Gast?“ Denn noch sei häufig Verunsicherung zu spüren. Die Freude an der Geselligkeit ist noch nicht uneingeschränkt zurück.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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