Tierdiebe fischen über 40 Kois aus Teich in Schwerte

Diebstahl in der Nacht

Sie waren der ganze Stolz von Jürgen und Renate Klaus: Die 40 Kois und 20 anderen Fische, die in ihrem Gartenteich schwammen. Dann der Schock - alle Tiere sind von einem Tag auf den anderen verschwunden. Jürgen Klaus kann es nicht fassen. Er vermutet, dass organisierte Tierdiebe in seinem Garten gewütet haben.

WESTHOFEN

, 22.04.2016, 16:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jürgen Klaus trauert um seine Fische, die ihm aus seinem Gartenteich an der Wiesenstraße gestohlen wurden.

Jürgen Klaus trauert um seine Fische, die ihm aus seinem Gartenteich an der Wiesenstraße gestohlen wurden.

Beim Anblick des leeren Wassers muss Jürgen Klaus schwer schlucken. Seit 35 Jahren hat er den Teich, erst vor wenigen Jahren hatte er ihn vergrößert und auf über 2 Meter Wassertiefe ausgehoben. "Damit die Fische es im Winter unten am Grund gut haben", sagt der 62-jährige Rentner. Jeden Tag hat er die Tiere gefüttert.

"Wenn mein Mann mit der Futterdose auf die Steine klopfte, kamen die Fische sofort angeschwommen", erzählt Renate Klaus. Handzahm waren die Tiere, darunter auch viele aus eigener Zucht.

Diebe kamen in der Nacht

Zuletzt gesehen hat er seine Tiere am Donnerstag vergangener Woche. Nachmittags fütterte er sie wie gewohnt, da war die Welt in dem kleinen Garten noch in Ordnung. Am frühen Abend holte sein Bruder Jürgen Klaus zum gemeinsamen Fußballschauen ab: Dortmund gegen Liverpool. Als er am nächsten Tag wieder in seinen Garten ging, war der Teich leer. Er klopfte mit der Dose, aber die Wasseroberfläche blieb ruhig. Um Gewissheit zu haben, ließ der Westhofener sogar das Wasser ab. Nicht ein Fisch war mehr drin.

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Vermutlich kamen die Täter nachts über den Zaun von der angrenzenden Spielwiese der Grundschule. Am Rande des Teiches ist Jürgen Klaus im Rindenmulch auf Fußspuren gestoßen, große Wasserpflanzen sind aus ihren Kästen gerissen. Die Täter scheinen im Wasser ganz schön gewütet zu haben. Dass der Räuber ein Reiher gewesen sein könnte, ist ausgeschlossen. Jürgen Klaus hat zur Abwehr Schnüre über den Teich gespannt. "Und kein Reiher kann an einem Tag so viele Fische holen," sagt er.

Schon einmal Opfer von Tierdieben geworden

Den finanziellen Schaden kann Jürgen Klaus nicht beziffern, den Schmerz in seinem Herzen sieht man ihm an. Der Verlust seiner Tiere blieb auch für ihn nicht ohne Folgen. Am Abend nach der Entdeckung erlitt er einen Hörsturz, nun muss er sich in stationäre Behandlung begeben. Seine Ehefrau ist besorgt: "Erst die schwere Erkrankung seines Bruders, jetzt das mit den Fischen, das war einfach zuviel für ihn." Das Ehepaar wurde nicht zum ersten Mal Opfer von Tierdieben. Erst vor zwei Jahren wurde alle Sittiche, Finken und Kanarienvögel aus der Voliere gestohlen.

Besonders Kois sind wertvoll

Jürgen und Renate Klaus vermuten, dass sie ebenso wie die Fische Beute von Tierhändlern geworden sind. Schließlich sind gerade die Kois recht wertvolle Fisch, manche hatten eine Größe von über 40 Zentimetern.

Jürgen Klaus hat von überregional operierenden Banden gehört, die die Gartenteiche zuvor über Google-Maps ausspionieren. Weggeschafft wurden die Tiere in speziellen Tragetaschen, vermutet er. Die Polizei war am Freitag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Damit sein Teich nicht mehr so trostlos aussieht, will Jürgen Klaus nun wieder ein paar Goldfische einsetzen.

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