Tiere suchen neue Heimat

Welttierschutztag

Mit traurigem Blick hockt der schwarze Cockerspaniel "Cooper" in einem Zwinger des Kreistierheims Unna. Heute ist Welttierschutztag. Kein Grund zum Feiern, sondern zum Nachdenken über Tiere und Tierschutz. Nicht nur "Cooper" wartet hinter Gittern auf ein neues Zuhause.

KREIS UNNA

von Von Volker Beuckelmann

, 04.10.2011, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tierpflegerin Marion Watznauer hofft, dass die zehnjährigen Dackel Bella und Luna nicht getrennt, sondern zusammen vermittelt werden.

Tierpflegerin Marion Watznauer hofft, dass die zehnjährigen Dackel Bella und Luna nicht getrennt, sondern zusammen vermittelt werden.

22 Hunde, 33 Katzen sowie Kleintiere, darunter 15 Kaninchen, sieben Ratten, drei Degus, zwei Chinchillas, sechs Sumpfschildkröten, rund 30 Mäuse und ein Nymphensittich werden im Tierheim an der Hammer Straße betreut. Dort landen Tiere der "Wegwerf-Gesellschaft", die mangels Fachkenntnissen falsch gehalten oder irgendwo ausgesetzt wurden. Auch "Scheidungsopfer" gehören dazu oder Tiere, deren Besitzer verstorben sind.

Ronny mag Hündinnen Oft würden auch Lebewesen angeschafft, obwohl es in der Familie keine einstimmige Entscheidung gewesen sei, und diese landeten letztlich im Tierheim, kritisiert Marion Watznauer, Tierpflegerin in der Einrichtung.  Schon seit zwei Jahren lebt Ronny, ein etwa sechsjähriger Jack-Russel-Terrier, in der Tierstation. Bisher hat sich noch niemand gemeldet, um dem stubenreinen Kerl auf Dauer eine neues Zuhause zu geben und ihn konsequent zu erziehen. Zwar mag er keine Kinder und Katzen, dafür aber Hündinnen.Bellen schreckt ab

"Manche Hunde präsentieren sich nicht so toll", gibt Marion Watznauer zu. Sie kennt ihre Schützlinge. Einige der Hunde bellen in den Zwingern und würden Besucher eher abschrecken. Im Großen und Ganzen seien es aber Spitzenhunde, betont sie und ergänzt: "Man muss sie auch zu nehmen wissen." Gerne gebe das siebenköpfige Tierheim-Team Auskunft über die Charaktereigenschaften der Tiere. Doch: "Die meisten Besucher fragen nicht danach", bedauert die engagierte Tierpflegerin. Sie sagt: "Ich wünsche mir für den Welttierschutztag, dass sich die Leute, die sich ein Tier zulegen möchten, vor dem Kauf oder der Vermittlung durch ein Tierheim vernünftig informieren, damit die Tiere einfach nicht mehr falsch gehalten werden."Sehnsucht nach Spaziergängen Zu ihren vielen Lieblingen im Tierheim zählen die zehnjährigen Dackel Bella und Luna, die als Abgabehunde nach Unna gekommen sind. Die lieben und verschmusten Hunde sollen gemeinsam vermittelt werden. Obwohl den Hunden sieben Ausläufe in der Tierstation zur Verfügung stehen, sehnen sie sich nach einem neuen Zuhause und Spaziergängen.

 Ehrenamtliche Gassigänger

Montags bis donnerstags sorgen ehrenamtliche "Gassigänger" dafür, dass die Hunde spazieren gehen können. Wer daran Interesse und regelmäßig mindestens einmal wöchentlich Zeit hat, kann sich im Tierheim melden. Willkommen sind auch Futterspenden wie Äpfel, Möhren oder Salat für Kleintiere. "Die Leute sollen vorbei kommen, sich erst einmal alle Tiere anschauen. Wir beraten sie gerne", so Marion Watznauer, die ein Gespür dafür entwickelt hat, welche Kombination Mensch-Tier funktionieren könnte und welche nicht. Vor dem Gang zum Züchter sollte auf jeden Fall ein Tierheim besucht werden, rät sie.

  

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