Tödliche Falle für Vögel: Grüne verbannen Luftballons aus ihrem Wahlkampf

mlzUmweltpolitik in Schwerte

Der Ortsverband beschließt bei seiner Jahreshauptversammlung eine Resolution zum „Wahlkampf ohne Luftballons“ und bittet die anderen Parteien, ebenfalls auf dieses Werbemittel zu verzichten.

Schwerte

, 01.04.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie machen Kinder glücklich, aber lassen Vögel qualvoll verenden: Bunte Luftballons können für die Tiere zu einer tödlichen Falle werden. „Australische Forscher haben ermittelt, dass ein Fünftel aller an Plastikfraß verendenden Vögel an Luftballons sterben – wenn die gasgefüllten Ballons schließlich irgendwo landen und von Vögeln zerfetzt werden“, sagt Dr. Gernot Folkers von den Schwerter Grünen.

Der Ortsverband der Partei zog deshalb konsequent einen Schlussstrich unter den Einsatz des beliebten Werbemittels: Er wird im Wahlkampf ab sofort auf jegliche Luftballons verzichten. Eine entsprechende Resolution wurde bei der Jahreshauptversammlung der Schwerter Grünen im Weinkeller der Pizzeria Miramare an der Rathausstraße beschlossen.

Tiere zerpicken das weiche Material

Das verwendete Material der Luftballonhüllen sei nämlich überhaupt nicht umweltfreundlich, erklärt Dr. Folkers die Entscheidung. Und zwar offenbar deshalb, weil es besonders weich sei. Mit seinen leuchtenden Farben lockt es die Aufmerksamkeit der Tiere, die es mit ihren spitzen Schnäbeln leicht zerpicken und fressen können.

Zudem - so führt Dr. Folkers weiter aus- könnten sich Vögel in den Schnüren herumfliegender Ballons verfangen und zu Tode stranguliert werden. Die Schwerter Grünen bitten deshalb auch die anderen Parteien, ihrem Schritt zu folgen und ebenfalls auf den Einsatz von Luftballon zu verzichten, um damit einen kleinen Beitrag für eine umweltfreundlichere Stadt Schwerte zu leisten.

Europawahlkampf startet mit Waldfest

Seine erste Bewährungsprobe wird der Luftballonverzicht beim bevorstehenden Wahlkampf für die Europawahl zeigen, den die Grünen mit einem Waldfest am Sonntag, 28. April, einläuten wollen. Damit wollen sie das vor kurzem für die Ruhrstadt beschlossene ökologische Waldkonzept feiern.

Hintergrund ist, dass das im Waldkonzept enthaltene Wildnis-Erwartungsgebiet am Mutter-Möller-Weg erst durch eine EU-Richtlinie ermöglicht wird. In den folgenden Wochen wollen die Grünen darstellen, wie Europa allen nutze, gerade auch den Deutschen. Ihre Themen sind dabei: Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen; Wirtschaft; Freiheit, Demokratie und Menschenrechte sowie das Europa der Kommunen.

Max Ziel als Sprecher bestätigt

Turnusmäßig fanden bei der Jahreshauptversammlung Nachwahlen für den Vorstand statt, bei denen Max Ziel als Sprecher bestätigt wurde. Dr. Gernot Folkers gab nach acht Jahren des Amt des Kassierers ab, sein Nachfolger wurde Thomas Möller; Folkers bleibt als Beisitzer im Vorstand. Als neue Beisitzende wurden schließlich Anja Samaga und Michael Rotthowe in den Vorstand gewählt.

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