Beim Umbau des Toom-Baumarktes stand die Übersichtlichkeit ganz oben an: Alle störenden Einbauten verschwanden, so dass ein breiter Mittelgang als Sichtachse längs durch den Laden entstehen konnte. Zusätzlich wird die Orientierung noch durch Nummerierungen an den Regalen erleichtert. © Reinhard Schmitz
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Toom vergrößert sich nach oben: Erste Bilder aus dem modernisierten Baumarkt

Das Zelt auf dem Parkplatz weist seit Monaten darauf hin: Der Toom-Baumarkt an der Schützenstraße in Schwerte wird umgebaut. Wir durften schon einmal hinter die Kulissen schauen.

Die Räder der Einkaufswagen schicken ihr rhythmisches Klackern über die Bodenfliesen. Stetes Kommen und Gehen herrscht im Toom-Baumarkt an der Schützenstraße. Zwischen Kunden mit Holzzuschnitten und Gipssäcken huschen Handwerker hin und her. Im laufenden Betrieb krempeln sie zur Modernisierung nahezu das gesamte Innere der 6008-Quadratmeter-Verkaufsfläche um. An vielen Stellen erinnern nur noch Reste von Aufklebern auf dem Fußboden daran, wo einmal Laufwege, Regale und Infoboxen gewesen sind. Die Maßnahme geht in den Endspurt.

Freier Durchblick von einem Ende des Ladens zum anderen

Das Augenfälligste ist schon geschafft: Frei fällt der Blick durch die Längsachse des Ladens wie bei einer Art Boulevard von einem Ende zum anderen. Alle hindernden Einbauten sind verschwunden. „Der Markt ist jetzt ganz durchsichtig“, erklärt Regionalverkaufsleiter Axel Fricke: „Die Übersichtlichkeit ist uns wichtig.“ Überall über dem breiten Mittelgang weisen Schilder den Weg zu den einzelnen Abteilungen. Zusätzliche Orientierung bietet die Nummerierung der Regalreihen von 1 bis 55. „In der ersten Zeit wird es einen Plan geben“, sagt Marktleiterin Thordis Kauert. Der Kunde kann dank des Leitsystems auf Anhieb die benötigten Artikel finden: Im Gang 44 beispielsweise liegen die Armaturen.

Der im Jahre 1998 an der Schützenstraße eröffnete Toom ist der einzige große Baumarkt in Schwerte.
Der im Jahre 1998 an der Schützenstraße eröffnete Toom ist der einzige große Baumarkt in Schwerte. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Für Wasserhähne & Co. haben sich die Ladenbauer übrigens etwas Besonderes ausgedacht: In der vergrößerten Badausstellung können Musterstücke abgenommen und live an Schaubädern angebracht werden. Dafür sind besondere Halterungen angebracht, damit man Kombinationen ausprobieren und ihre optische Wirkung testen kann. Was ebenfalls auffällt: Große Tafeln an der Wand werben für bekannte Sanitärausstatter-Marken wie Grohe, Geberit oder Villeroy & Boch. „Der Anteil an Markenartikeln ist über die letzten Jahre stark ausgebaut worden“, berichtet Axel Fricke. Das ist auch bei den Elektrowerkzeugen zu erkennen, wo beispielsweise Metabo oder Makita nicht fehlen.

Scanner an der Farbmischanlage erkennt mitgebrachte Töne

Beim Umbau würden jetzt alle Sortimente vergrößert, erklärt der Regionalverkaufsleiter: „Mehr Regale, mehr Ausstellungsflächen.“ Wie schafft man das, wenn das Gebäude selbst gleich bleibt? „Man geht in die Höhe.“ Die 6,70 Meter hohe Decke bietet die Möglichkeit, Regale aufzustocken. Kunden können die oberen Etagen über festmontierte Schiebeleitern – ähnlich wie in Bibliotheken – erreichen. Oder sich von Mitarbeitern helfen lassen. Für die ist übrigens eine Art mobiler Lift entwickelt worden, mit dem sie Waren in die einzelnen Regalbretter schieben können, ohne die Pakete mit der Hand hochwuchten zu müssen. Ein ähnliches Hilfsmittel gibt es auch für den Transport von Küchenarbeitsplatten zur Säge, den jetzt eine Person allein ohne große Kraftanstrengung bewältigen kann.

Völlig neu gestaltet wird die Eisenwarenabteilung, wo es viele Teile auch als lose Einzelstücke in den Fächern geben wird.
Völlig neu gestaltet wird die Eisenwarenabteilung, wo es viele Teile auch als lose Einzelstücke in den Fächern geben wird. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Service ist ein großes Thema“, sagt Thordis Kauert und zeigt die nagelneue Farbmischanlage, die alle Wand-, Holz- und Schutzfarben mischen kann. Für einen späteren Nachkauf erhält der Kunde einen Rezeptcode. Er kann auch einfach ein Muster von zu Hause mitbringen, dessen Farbton ein Scanner erkennt.

„Die Grundstrukturen der einzelnen Shops sind fertig“, sagt der Regionalverkaufsleiter. Dafür arbeiten die Handwerker sogar in der Nacht, wenn alles schläft. Dann werden die Regale aufgebaut, ohne dass die Kunden etwas davon bemerken. Teile davon sind in dem großen Zelt eingelagert, das seit einigen Monaten auf dem Parkplatz von Toom aufgeschlagen ist.

Bei den Eisenwaren gibt es viele Artikel künftig einzeln zu kaufen

Den Regalbauern folgen die Mitarbeiter, die die einzelnen Abteilungen einräumten. In der vergangenen Woche erhielt so der neue Eisenwarenshop seinen letzten Schliff. Viele Teile, die künftig auch einzeln zu haben sein werden, wollten in die verschiedenen Boxen einsortiert werden. Warum soll man auch eine vorgepackte Plastikschachtel mit zehn Schrauben zur Kasse tragen, wenn man eigentlich nur zwei Stück benötigt.

Stark nachgefragte Artikel wie beispielsweise Elektro-Abzweigdosen werden jetzt in großen Silos bereitgehalten.
Stark nachgefragte Artikel wie beispielsweise Elektro-Abzweigdosen werden jetzt in großen Silos bereitgehalten. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Andere Artikel, die oft massenhaft gefragt sind, gibt es zwar auch lose, aber praktisch in einer Art Silofächern. Beispielsweise die Sortimente der bunten Abzweig- und Schalterdosen, aus denen mit wenigen Handgriffen die Mengen gezogen werden können, die für die Neuverkabelung einer kompletten Wohnung ausreichen. Das Elektro-Installationsmaterial, früher irgendwo mitten im Laden zu finden, liegt jetzt griffbereit neben der Leuchtenabteilung. Auch das macht die Suche leichter.

Die Eröffnung ist für den 4. Januar geplant

Wer möchte, kann seinen Warenkorb auch per „Click & Collect“ auf den Toom-Seiten im Internet zusammenstellen, um das Gewünschte später in der Filiale abzuholen. Rund 45.000 verschiedene Artikel lagern dort. Weitere 100.000 können auf Wunsch über Lieferanten besorgt werden. In Zukunft – so kündigt Axel Fricke an – soll es auch die Möglichkeit „Click & Deliver“ mit Lieferung nach Hause geben.

Am Rande seines Parkplatzes erhält der Toom-Baumarkt auch zwei Ladensäulen für Elektroautos von den Stadtwerken.
Am Rande seines Parkplatzes erhält der Toom-Baumarkt auch zwei Ladensäulen für Elektroautos von den Stadtwerken. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Mitte Dezember wollen wir den Umbau abschließen“, sagt der Regionalverkaufsleiter. Die offizielle Eröffnung plant er dann für den 4. Januar – Corona-konform, aber mit Schnäppchen. Die Öffnungszeiten bleiben wie gewohnt montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr, am Freitag bis 22 Uhr. Auf dem großen Parkplatz vor der Tür ist Platz für rund 250 Pkw. Zwei Stellflächen nahe der Einfahrt werden von den Stadtwerken gerade noch mit Stromzapfsäulen für Elektroautos ausgerüstet.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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